BEPS trifft auch den Mittelstand

„Amazon, Facebook, Google und Starbucks zahlen kaum Steuern…“ oder „Luxemburg lockt international Konzerne“ – Schlagzeilen wie diese haben 62 Staaten und die OECD auf den Plan gerufen. Heraus kam „Base Erosion and Profit Shifting“, kurz BEPS. Auch der deutsche Mittelstand wird die Auswirkungen spüren.

Die neuen Dokumentationsvorschriften legen fest, dass die Finanzverwaltungen tiefer in den gesamten Konzern schauen können. Insgesamt wird der administrative Aufwand zunehmen, da man mit den Steuerbehörden der einzelnen Staaten umfangreicher zusammenarbeiten muss. Aus steuerlicher Sicht wird die Neudefinition des Betriebsstättenbegriffs spürbare Änderungen und eine Ausweitung der steuerlichen Folgen mit sich bringen. Konnte hier in der Vergangenheit die Betriebsstätte im Ausland und damit die Besteuerung dort vermieden werden, werden Unternehmen nunmehr in das Spannungsfeld der Doppelbesteuerung fallen. Dieser Punkt wird zu Diskussionen mit den beteiligten Finanzverwaltungen führen. Ein Schutz vor Doppelbesteuerung lässt sich nach wie vor nur im Rahmen eines langwierigen Verständigungs- oder Schiedsgerichtsverfahren erreichen, nicht im Rahmen von Betriebsprüfungen.



Zur Person

Jörn Ehrsam (© Spitzweg Partnerschaft)
(© Spitzweg Partnerschaft)

Jörn Ehrsam, LL.M., ist Steuerberater, Fachberater für internationales Steuerrecht und Partner bei der SPITZWEG Partnerschaft. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen im Bereich betrieblicher Umstrukturierungen, Sanierungen sowie dem Gemeinnützigkeits- und Stiftungsrecht. Darüber hinaus berät er nationale und internationale Unternehmen sowie Privatpersonen im internationalen Steuerrecht. www.spitzweg.de