Krise im Transportgewerbe sorgt für mehr Pleiten

Foto:©DOC RABE Media_AdobeStock
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Das Statistische Bundesamt hat eine Untersuchung zum Thema Insolvenzen in Deutschland für den Monat März 2026 durchgeführt. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im März 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,8 % gestiegen. Nach Angaben der Behörde wurden in diesem Zeitraum insgesamt 2.308 Insolvenzanträge registriert, während es im März 2025 noch 1.993 Anträge waren. Ob sich bereits Auswirkungen des Ende Februar begonnenen Iran-Krieges in den gestiegenen Zahlen zeigen, bleibt laut den Experten offen. Steigende Kosten belasten weiterhin viele Unternehmen. Andererseits eröffnet die Insolvenz Raum für wirtschaftliche Erneuerung und bietet bei frühzeitiger Einleitung auch Sanierungsperspektiven. Für den zurückliegenden Monat Mai veröffentlichte das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle einen Rückgang der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften von 15,0 % zum April 2026.

Logistikbranche besonders stark betroffen

Auffällig ist die Entwicklung im Bereich Verkehr und Lagerei, der überdurchschnittlich stark von Unternehmensinsolvenzen betroffen ist. Eine mögliche Ursache sind laut dem Verband Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands die zuletzt deutlich gestiegenen Energie- und Kraftstoffkosten. Diese resultieren auch als Folge des Iran-Krieges und der damit verbundenen Belastungen auf den Energiemärkten. „Insolvenzen sind grundsätzlich ein nachgelagerter Prozess. Zwischen ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten und einem Insolvenzantrag eines Unternehmens liegen regelmäßig mehrere Monate“, sagt Dr. Christoph Niering, Insolvenzverwalter und Vorsitzender des Berufsverbandes. Nach Angaben des Experten ist der Zeitraum seit der jüngsten Eskalation im Nahen Osten noch zu kurz, um flächendeckende Auswirkungen auf die Insolvenzzahlen zu entfalten. In einzelnen Branchen wie dem Transportgewerbe können sich kriegsbedingte Belastungen jedoch bereits wegen des Anstiegs der Treibstoffkosten bemerkbar machen. Das Transportgewerbe kann höhere Kosten nur eingeschränkt oder zeitverzögert an seine Kunden weitergeben.

Chancen durch eine rechtzeitige Sanierung
Trotz der persönlichen und wirtschaftlichen Tragweite erfüllt das Insolvenzrecht eine wichtige volkswirtschaftliche Funktion. Nicht mehr wettbewerbsfähige Marktteilnehmer werden aus dem Markt genommen. Die gebundenen Ressourcen wie etwa Arbeitskräfte und Betriebsmittel werden neuer Produktivität zugeführt. Die Insolvenz ist daher nicht ausschließlich der Endpunkt unternehmerischer Tätigkeit. Sie bietet vielfältige Möglichkeiten zur Sanierung und Restrukturierung. Voraussetzung ist laut dem Berufsverband, dass betroffene Unternehmer frühzeitig handeln und professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. „In der Praxis erleben wir leider häufig, dass Unternehmer erst dann Hilfe suchen, wenn die wirtschaftlichen Probleme bereits weit fortgeschritten sind. Mit jedem verlorenen Monat sinken die Sanierungschancen und die Möglichkeiten einer erfolgreichen Restrukturierung werden deutlich eingeschränkt“, erklärt der VID-Vorsitzende. Vor dem Hintergrund eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds gewinnen Mechanismen frühzeitiger Krisenerkennung zunehmend an Bedeutung. Eine rechtzeitige Restrukturierung kann in vielen Fällen Arbeitsplätze erhalten und Unternehmen eine nachhaltige Zukunftsperspektive eröffnen. Nicht alle beantragten Insolvenzverfahren werden am Ende auch eröffnet. In der Regel liegt die Eröffnungsquote nach Verbandsangaben bei ca. 60%. Voraussetzung einer Eröffnung ist ein Eröffnungsgrund sowie die voraussichtliche Deckung der Verfahrenskosten.
Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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