Rechtzeitig die Nachfolge geregelt: Geschäftsführer Ralf (l.) und Guido Heitz.
Rechtzeitig die Nachfolge geregelt: Geschäftsführer Ralf (l.) und Guido Heitz.

Viele Unternehmen verpassen den richtigen Zeitpunkt, um mit einem Nachfolger die Weichen zu stellen. Drängen strategische Herausforderungen oder gibt es finanzielle Engpässe, ist es meist schon zu spät. Der Spezialist Heitz Furnierkantenwerke hat es dagegen richtig gemacht. Das Unternehmen aus Melle hat den Wechsel an der Spitze lange geplant – und mit einem Eigenkapitalpartner gemeistert.


„Wir wollten ohne zeitlichen Druck agieren. Gleichzeitig wollten wir das Unternehmen auch nach der Übergabe noch einige Jahre begleiten.“

Guido Heitz, Geschäftsführer Heitz Furnierkantenwerk GmbH & Co. KG



Manchmal ist es einfach so, wenn die eigenen Nachkommen nicht wollen oder schlichtweg nicht vorhanden sind. Da mag ein Unternehmen finanziell und strategisch noch so gut aufgestellt sein und wie die Firma Heitz Furnierkantenwerke sogar die Weltmarktführerschaft in ihrer Nische für sich behaupten: Wo kein Nachfolger in Sicht ist, muss eine adäquate Lösung gefunden werden. „Es gab schlichtweg keine realistische Aussicht auf eine familiäre Nachfolge“, erinnert sich Guido Heitz, Geschäftsführer des gleichnamigen Herstellers für Echtholz-Furnierkanten. Auch für „Billy“, das wohl meistverkaufte Möbel der Welt von Ikea, produziert es diese. Folglich begann vor mehr als zwei Jahren ein Prozess, der vor wenigen Wochen mit der Übernahme durch die Indus-Gruppe ein erfolgreiches Ende fand.

Man muss es fühlen

Viele Firmeninhaber handeln zu spät oder halbherzig. „Den besten Zeitpunkt, die Nachfolge eines Unternehmens zu regeln, muss man einfach erfühlen“, erklärt Guido Heitz. Als er und sein Bruder und Co-Geschäftsführer Ralf mit der Suche nach einer Nachfolgelösung begannen, da war das Unternehmen kerngesund und finanziell gut aufgestellt. „Wir wollten ohne zeitlichen Druck agieren. Gleichzeitig wollten wir das Unternehmen auch nach der Übergabe noch einige Jahre begleiten“, so Heitz. Denn der Anspruch war nicht weniger, als das Unternehmen auch noch in fünf oder zehn Jahren an der Spitze im Weltmarkt für Echtholz-Furnierkanten zu wissen. „Eine solch starke Position muss jeden Tag neu erkämpft werden“, sagt Guido Heitz. „Da kann sich ein Unternehmer nicht von heute auf morgen zurückziehen.“