Coface prognostiziert drastischen Insolvenzprognose-Anstieg

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Der Kreditversicherer Coface hebt seine globale Insolvenzprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich an. Nach Angaben des Unternehmens gerät die weltweite Konjunktur zunehmend unter Druck. Laut Coface stieg die Zahl der Firmenpleiten weltweit bereits um 12 % im Vergleich zum Vorjahr. Für das Gesamtjahr wird nun ein Anstieg der globalen Unternehmensinsolvenzen um 6 % erwartet. Das ist laut Mitteilung mehr als doppelt so viel wie zu Jahresbeginn prognostiziert. Für Deutschland rechnet der Kreditversicherer mit einem Plus von 5 %. Steigende Beschaffungskosten, volatile Energiepreise und wachsende Unsicherheit setzen Betriebe spürbar unter Druck. Volkswirt Markus Kuger erklärt: „Der Anstieg der Insolvenzen um 12 % zu Beginn des Jahres verdeutlicht das Ausmaß des Schocks.“ Er ergänzt: „Darunter ist ein Plus von 22 % in Nordamerika.“

Belastung durch anhaltend hohe Zinsen

Laut Coface wirken sich ein schwächeres Wirtschaftswachstum und strengere Kreditvergaberegeln negativ aus. „Schwächeres Wirtschaftswachstum, higher Leitzinsen, strengere Kreditvergaberegeln, gestiegene Energiekosten und politische Unsicherheit wirken sich negativ aus“, sagt Kuger. Kräftige Zuwächse werden zudem in den USA mit 8 % erwartet. In Frankreich droht ein Plus von 8 % und in Japan von 7 %. Die Finanzierungsbedingungen bleiben laut Coface ein zentraler Belastungsfaktor. Kredite sind nach den Anstiegen weiterhin teuer. Viele Betriebe reagieren sensibel auf die jüngste Zinserhöhung der EZB. Es war die erste Erhöhung seit fast drei Jahren.

Zyklische Branchen unter starkem Druck

Der Druck bleibt vor allem in konjunktursensiblen Branchen hoch. Besonders betroffen sind weiterhin die Bereiche Bau, Chemie und Textil. In Deutschland stehen insbesondere Chemie und Bau unter Druck. Grund dafür sind hohe Energiekosten und schwache Aktivität. In Frankreich belasten hohe Zinsen den Bausektor spürbar. Kleine und mittlere Unternehmen sind besonders betroffen. Kuger erklärt: „Die Kombination aus hohen Kosten, sinkenden Margen und erschwertem Zugang zu Finanzierungen schränkt die Anpassungsfähigkeit ein.“ Kleinere Betriebe sind häufig weniger diversifiziert. Zudem sind sie anfälliger für Liquiditätsschwankungen. In den Niederlanden steigen Insolvenzen um rund 5%. In Spanien und Italien fällt der Zuwachs moderater aus.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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