Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle hat eine Untersuchung zum Thema der aktuellen konjunkturellen Entwicklung in Deutschland durchgeführt. Nach Angaben des Instituts befindet sich die Wirtschaft im Spannungsfeld zwischen Energiekrise und KI-Boom. Laut der vorliegenden Sommerprognose wird sich die Erholung im Laufe des Jahres 2026 fortsetzen, sofern sich der Golfkonflikt entspannt. In diesem Fall dürfte die Produktion in diesem und im folgenden Jahr um 0,9% zunehmen.
Einflussfaktoren der globalen Konjunktur
Der Golfkonflikt hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und die weltweiten Verbraucherpreise steigen lassen. Der Angebotsausfall von Erdöl wird derzeit primär durch einen Abbau der Lager kompensiert. Daneben gibt der KI-Boom der Weltkonjunktur weiterhin kräftige Impulse. Ostasien stellt viele der benötigten Kapitalgüter zur Verfügung, während vor allem die USA investieren. Was die Konjunktur zusätzlich stützt, sind erhöhte Investitionen in Waffensysteme und erneuerbare Energien. Dämpfend wirken vielerorts Zinserhöhungen als Reaktion auf gestiegene Inflationsraten. Die Wirtschaft im Euroraum hat zudem mit hartem Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter und US-Zollerhöhungen zu kämpfen.
Lage der deutschen Wirtschaft
Im ersten Quartal legte die Produktion recht deutlich zu. Ausschlaggebend dafür war eine Zunahme der Exporte in europäische Nachbarländer. Ob 2026 ein Aufschwungsjahr wird, scheint im Sommer aber wieder sehr zweifelhaft. Gestiegene Energiepreise erhöhen die Produktionskosten der Unternehmen und belasten die Einkommen der privaten Haushalte. Die Zahl der Erwerbstätigen ist seit vergangenem Sommer leicht rückläufig. Dass es wohl trotzdem zu keinem konjunkturellen Einbruch kommt, liegt auch an der expansiven Ausrichtung der Finanzpolitik. Der öffentliche Konsum dürfte weiter deutlich ausgeweitet werden. Bei den Exporten stehen die Chancen gut für einen leichten Anstieg. Die privaten Konsumausgaben dürften leicht ausgeweitet werden.
Risiken für die Zukunft
„Das wesentliche Risiko für die Weltwirtschaft wie auch für die deutsche Konjunktur liegt im ungewissen Fortgang des Golfkonflikts“, sagt Oliver Holtemöller vom Institut. Sollte die Straße von Hormus geschlossen bleiben, würde Erdöl teurer werden. Höhere Inflationsraten und Zinssätze wären die Folge. Unter diesen Bedingungen würde die deutsche Wirtschaftsleistung im Jahr 2026 bestenfalls stagnieren. „Darüber hinaus bringt die Implementierung der Künstlichen Intelligenz Aufwärts- und Abwärtsrisiken mit sich“, ergänzt Oliver Holtemöller. Es besteht die Chance, dass KI die gesamtwirtschaftliche Produktivität deutlich erhöht. Kurzfristig könnten jedoch Arbeitsplatzverluste überwiegenm








