Westlake Vinnolit übernimmt Werk in Wilhelmshaven

Gefahr der Insolvenzen: Ihre Zahl ist seit Jahren rückläufig. (© Thinkstock_Devonyu)
Gefahr der Insolvenzen: Ihre Zahl ist seit Jahren rückläufig.

Die Westlake Vinnolit GmbH & Co. KG übernimmt die Vynova Wilhelmshaven GmbH. Der wichtige Verkauf des bedeutenden Produktionsstandorts ist nach der erfolgreichen Erteilung aller regulatorischen Freigaben vollzogen worden. Laut der Pluta Rechtsanwalts GmbH wurde die komplexe wirtschaftliche Transaktion erfolgreich abgeschlossen. „Mit dem Vollzug der Transaktion haben wir eine tragfähige und zukunftsorientierte Lösung für den Standort Wilhelmshaven erreicht“, erklärt Dr. Christian Kaufmann. Der schnelle Einstieg eines neuen strategischen Investors sichert die Fortführung der Produktion. Er eröffnet dem Werk langfristige Perspektiven, so der bekannte Insolvenzverwalter weiter. Nach Angaben der Kanzlei konnte der Geschäftsbetrieb stabilisiert werden.

Sicherung von rund 350 Arbeitsplätzen

Das Amtsgericht Wilhelmshaven eröffnete am gestrigen Tag das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft. Die deutsche Westlake-Tochter übernimmt den gesamten Betrieb vollständig. „Damit bleibt die wichtige Grundlage für eine nachhaltige Fortführung des Werks bestehen. Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie wichtig die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ist. Mein besonderer Dank gilt zuvörderst den engagierten Mitarbeitern“, betont Kaufmann. Diese unterstützten den Betrieb trotz aller Unsicherheiten der Insolvenz. Der Dank gelte auch der Leitungsebene um den Geschäftsführer Dr. Peter Prinz.

Umfangreiche Unterstützung durch Experten-Teams

Die Transaktion erforderte eine intensive Zusammenarbeit verschiedener Teams. Für den Verkaufsprozess auf der Verkäuferseite waren die Anwälte der Kanzlei GÖRG verantwortlich. Nach Angaben des Verwalters begleiteten zudem Norton Rose Fulbright und Alter Vanderstappen Robert die Verhandlungen. Der wichtige Prozess wurde durch den M&A-Berater Deloitte professionell begleitet. Die Liquiditätsplanung und den Zahlungsverkehr überwachte das erfahrene WAYES-Team. Für die gutachterliche Bewertung des Vermögens war die bekannte Angermann-Gruppe zuständig. Die beteiligten Banken, die Nord/LB und die Volksbank Wilhelmshaven eG, gewährten einen Massekredit. Die Landesregierung unterstützte das Verfahren mit einer Landesbürgschaft. Die Verhandlungen führten auch Vertreter der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG. Die Rechtsanwälte von SZA Schilling, Zutt & Anschütz vertraten die Käuferseite konstruktiv. Zum Team gehörten die Anwälte Ingo Thurm, Dr. Oliver Liersch, André Gildehaus sowie weitere Betriebswirte.

Erweiterung der Produktionskapazitäten

„Die Industrieanlage für Polyvinylchlorid und Vinylchloridmonomer zählt zu den bedeutenden Anlagen in Europa. Diese Akquisition stärkt unser Geschäft im Bereich Performance & Essential Materials. Sie erweitert unsere globale Chlorvinyl-Produktionsbasis“, so Jean-Marc Gilson, Chief Executive Officer von Westlake. Das Werk ergänze bestehende Produktionsanlagen in Europa und Nordamerika. Das Werk profitiert von einer vorteilhaften Infrastruktur mit einem Tiefwasserhafen. Dieser erlaube eine effiziente Versorgung mit Rohstoffen. Die Westlake Corporation hat ihren Hauptsitz in Houston und beschäftigt weltweit rund 14.600 Mitarbeiter. Der führende europäische PVC-Hersteller betreibt vier Standorte und beschäftigt in Deutschland insgesamt rund 1.400 Mitarbeiter an den Anlagen.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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