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Die WIKUS-Sägenfabrik Wilhelm H. Kullmann aus dem nordhessischen Spangenberg übernimmt wesentliche Teile der J.N. Eberle & Cie. GmbH aus Augsburg. Der Kaufvertrag wurde am 4. September 2026 unterzeichnet. Gegenstand der Transaktion ist die Bimetallsparte des insolventen Traditionsunternehmens; 74 Arbeitsplätze am Standort Augsburg bleiben erhalten. Rund 160 Mitarbeitenden muss dagegen gekündigt werden. Sozialplan und Interessenausgleich wurden bereits in der Vorwoche unterzeichnet.
Verfahren seit Mai, Eröffnung Ende August
Das Amtsgericht Augsburg hatte Anfang Mai 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen von Eberle angeordnet und Rechtsanwalt Georg Jakob Stemshorn von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH bestellt. Am 26. August 2026 eröffnete das Gericht das Verfahren und bestellte Stemshorn zum Insolvenzverwalter. Der Geschäftsbetrieb wurde seit Antragstellung fortgeführt, parallel lief ein strukturierter Verkaufsprozess. Nach einer ersten Phase mit mehreren unverbindlichen Angeboten und anschließenden Due-Diligence-Prüfungen lagen zuletzt drei verbindliche Gebote vor. WIKUS setzte sich mit dem besten Angebot durch.
„Es ist erfreulich, dass wir mit WIKUS einen strategischen Investor gewinnen konnten, der die Branche sehr gut kennt und der Bimetallsparte eine langfristige Perspektive bietet“, sagt Stemshorn. Der Abbau von Arbeitsplätzen sei ein schmerzhafter Schritt, die Reduzierung der Mitarbeiterzahl jedoch erforderlich, um die Kostenbasis an die Geschäftsentwicklung anzupassen.
Fortführung in eigener Tochtergesellschaft
Eberle geht auf das Jahr 1836 zurück und ist auf hochwertige Stahlprodukte spezialisiert, darunter Präzisionsbandstahl, Bimetall und Bandsägen. Käuferin WIKUS ist ein familiengeführter Hersteller von Sägebändern für die Metallbearbeitung mit weltweit mehr als 750 Mitarbeitenden. Die übernommene Bimetallsparte wird in einer eigenständigen Tochtergesellschaft fortgeführt; Produktion, Vertrieb und Verwaltungsbereiche werden im Großraum Augsburg gebündelt. Der Sägenvertrieb bleibt erhalten. Die Produktionssparten Sägen und C-Stahl werden dagegen eingestellt, für den Bereich C-Stahl ist eine geordnete Ausproduktion vorgesehen.
„Die Bimetallsparte ergänzt unser bestehendes Geschäft sehr gut“, erklärt Sven Koepchen, Vorsitzender der Geschäftsführung der WIKUS-Gruppe. Der bisherige Eberle-Geschäftsführer Gernot Egretzberger verwies darauf, dass die ausscheidenden Mitarbeitenden bei der Neuorientierung unterstützt würden; dazu seien bereits Gespräche mit sechs Unternehmen aus der Region angestoßen worden.
Den Verkaufsprozess führte EY-Parthenon unter Leitung von Markus Fischer und Daniel Blum durch, die Restrukturierungsberatung verantworteten Maximilian Dressler und Steffen Richter. Rechtlich begleitete HEUKING das Verfahren unter Gesamtfederführung von Georg Streit. Auf Käuferseite beriet RSM Ebner Stolz.







