Abacus alpha ist ein langfristig orientierter Investor. Der Fokus liegt auf der nachhaltigen Weiterentwicklung mittelständischer Unternehmen durch technologische Innovation und partnerschaftliches Wachstum. Wir sprachen mit Geschäftsführer Frank Hüther über Nachfolgelösungen ohne Exitdruck, die Rolle technologischer Innovation und den Wert einer unternehmerischen Gemeinschaft.
Unternehmeredition: Herr Hüther, der Markt für Nachfolgelösungen ist hart umkämpft. Viele Investoren werben mit Partnerschaftlichkeit – Abacus alpha setzt jedoch auf einen „ewigen“ Anlagehorizont. Ist dies das entscheidende Argument für Unternehmer, die ihr Lebenswerk sichern wollen?
Frank Hüther: Es ist ein strukturelles Argument, kein bloßes Marketingversprechen. Das bedeutet konkret: Es gibt bei uns keinen Fonds mit festem Laufzeitende, keinen Exitdruck und keine Renditeuhr, die nach wenigen Jahren abläuft. Für einen Unternehmer, der sein Geschäft über Jahrzehnte aufgebaut hat, ist das ein fundamentaler Unterschied. Er übergibt nicht an jemanden, der schon beim Einstieg den Ausstieg plant, sondern an einen Partner, der bleibt. Wir investieren auch in schwierigen Phasen weiter, stellen Interimmanager oder finanzieren Coaching und Führungskräfteentwicklung, weil wir an den langfristigen Erfolg glauben. Ein Beleg für diese Ernsthaftigkeit ist unsere „Abacus alpha Akademie“, mit der wir Menschen in unseren Portfoliounternehmen gezielt in Bereichen wie Transformation und Digitalisierung befähigen.
Sie betonen oft den Charakter einer „Unternehmergemeinschaft“. Wie profitieren neue Firmen im Portfolio konkret vom Austausch innerhalb dieser Gruppe?
„Mehr Austausch, mehr Wissen, mehr Wertschöpfung“ ist bei uns gelebte Praxis. Beispielsweise MTS Metal Solutions als Spezialist für Sondermontagetechnik findet bei uns eine Gemeinschaft vor, in der Themen wie Automatisierung und industrielle Prozesskompetenz tief verwurzelt sind. Ein Blick auf Jumag Dampferzeuger zeigt, wie das funktioniert: Jumag hat gerade einen Zulieferer übernommen, um Fertigungskompetenzen zu sichern, und modernisiert gleichzeitig über die Tochter Schneider-Kessel Berlin internationale Großprojekte. Von dieser Dynamik profitiert ein neues Mitglied unmittelbar. Synergien entstehen bei uns organisch auf Augenhöhe.
Welche technologischen Trends müssen Unternehmen heute besetzen, um für ein Investment von Abacus alpha interessant zu sein?
Wir investieren gezielt in Firmen, die die Welt von morgen gestalten. Unsere Fokusfelder sind klar definiert: Automatisierung, Industrie 4.0, künstliche Intelligenz sowie Cleantech und innovative Werkstoffe. Wir sehen gerade jetzt, dass leistungsfähige Dateninfrastrukturen zur strategischen Schlüsselkompetenz für den Mittelstand werden. Deshalb öffnen wir uns aktuell verstärkt für Software- und KI-basierte Lösungen. Aber Technologie allein reicht uns nicht – uns interessiert vor allem, ob ein Unternehmen seine Kompetenz in ein tragfähiges Geschäftsmodell übersetzt und ob es kulturell in unsere Gemeinschaft passt. Wir suchen keine reinen Deals, wir suchen Unternehmerpersönlichkeiten.
Können Sie an einem Beispiel illustrieren, wie Sie eine Firma operativ auf die nächste Stufe heben?
Ein exzellentes Beispiel ist ASB Systembau. Das Unternehmen kam 1965 aus dem klassischen Innenausbau. Unter unserem Dach vollzog es eine radikale technologische Transformation hin zum weltweit ersten LED-Video-Sportboden. Heute ist ASB GlassFloor ein preisgekrönter Global Player, zertifiziert von internationalen Sportverbänden. Wir haben die Internationalisierung massiv vorangetrieben. Zudem haben wir ein neues Miet- und Servicemodell mit 30 Mio. EUR Startkapital ermöglicht, das ASB vom Produkthersteller zur Sporttech-Plattform weiterentwickelt. Das zeigt: Wir geben mittelständischen Innovationsführern die Zeit und den Raum, den sie für den Sprung an die Weltspitze brauchen.
Wo wollen Sie in den kommenden zwei Jahren Akzente setzen?
Wir werden unser Portfolio mit Substanz und Bedacht erweitern. Neben der Stärkung unserer Kernbereiche betrachten wir sehr konkret Möglichkeiten im Bereich der intelligenten Anwendungen. Der deutsche Mittelstand hat hier noch enormes Potenzial. Unser Ziel bleibt es, eine stabile, innovative Gemeinschaft zu formen, die auch in volatilen Zeiten Bestand hat.
Vielen Dank für das Gespräch!
👉 Dieser Beitrag erscheint auch im Spezial „Investoren im Mittelstand 2026“.
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Frank Hüther
Geschäftsführer









