S&P Global: Servicesektor kämpft mit Flaute

Foto: © Miha Creative_AdobeStock
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Der S&P Global Dienstleistungsindex Deutschland verzeichnet eine abnehmende Geschäftstätigkeit. Dies geht aus dem aktuellen Bericht von S&P Global hervor. Die Untersuchung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V.. Das Minus beruht auf einer verhaltenen Nachfrage der Kunden. Der Hauptindex für die Aktivität notiert aktuell bei 48,6 Punkten. Laut dem Bericht sank das Neugeschäft bereits zum vierten Mal hintereinander. Die Kontraktionsrate hat sich im Juni im Vergleich zum Vormonat vergrößert. Unternehmen berichten von schwierigen Wirtschaftsbedingungen. Auch die verschärften Finanzierungskonditionen belasten die Zuversicht der Betriebe. Kräftige Einbußen beim Exportgeschäft verstärken die Flaute im gesamten Sektor zusätzlichDie geringe Nachfrage führt zu einem beschleunigten Abbau von unerledigten Projekten. Die Abarbeitungsrate stieg so deutlich wie seit August 2025 nicht mehr. Infolge der unausgelasteten Kapazitäten kürzten die Dienstleister ihr Personal zum sechsten Mal in Folge. Der Stellenabbau fiel im Juni jedoch nur marginal aus. Es ist die schwächste Rate der aktuellen Abbauphase.

Nachlassender Kostendruck

Nach Angaben von S&P Global ging der sektorweite Kostendruck im Juni merklich zurück. Der entsprechende Index sank um über sieben Punkte. Ein Grund für diesen Rückgang sind die niedrigeren Kraftstoffpreise. Die Inflationsrate bei den Einkaufspreisen rutschte auf das tiefste Niveau seit November des vergangenen Jahres. Wegen hoher Personalkosten verharrt der Wert jedoch über dem LangzeitmittelDie Teuerungsrate der Angebotspreise gab ebenfalls nach. Sie verzeichnete ein Drei-Monatstief. Viele Betriebe reichen die hohe Ausgabenlast weiterhin an ihre Kundschaft weiter. Die Zuversicht bezüglich der Geschäftslage binnen Jahresfrist ließ nach einer spürbaren Erholung im Mai wieder etwas nach. Die Akteure blicken weniger optimistisch in die Zukunft als zu Beginn des Jahres vor Ausbruch des Krieges im Nahen Osten.

Herausforderungen im Konjunkturverlauf

Phil Smith, Economics Associate Director bei S&P Global Market Intelligence, kommentiert die Lage des Dienstleistungssektors. „Der Servicesektor leidet noch immer unter den herausfordernden Wirtschaftsbedingungen seit Ausbruch des Krieges im Nahen Osten“, sagt Phil Smith. Die Nachfrage stehe aufgrund niedriger Zuversicht, hoher Preise und verschärfter Finanzierungskonditionen weiterhin unter Druck. Der Abwärtstrend bei der Geschäftstätigkeit habe sich im Juni allerdings so deutlich verlangsamt wie seit Einsetzen der Kontraktionsphase im April nicht mehr. Nichtsdestotrotz weise der Hauptindex die schlechteste Quartalsperformance seit dreieinhalb Jahren ausDer kräftige Abbau der unerledigten Aufträge deute auf freie Kapazitäten hin. Dies lasse laut Phil Smith befürchten, dass die Einstellungsbereitschaft gering bleiben wird. Unter den Teilsektoren verzeichneten kommerzielle und fachliche Dienstleistungen Zuwächse. Das Transportwesen meldet dagegen einen rasanten Rückgang der Geschäftstätigkeit. Auch bei verbrauchernahen Dienstleistungen sanken Aktivität und Neuaufträge deutlich. Die Finanz- und Immobilienbranche verbleibt im roten Bereich. Software und Kommunikation schnitten im Juni am besten ab.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

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