S&P Global Index: Neue Zuversicht im Gewerbe

Foto: © Miha Creative_AdobeStock
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Das S&P Global Institut hat eine Untersuchung zum Thema Dienstleistungssektor durchgeführt. Der Wirtschaftszweig rückt nach einer Schwächephase wieder näher an die Wachstumsschwelle heran. Verantwortlich dafür ist eine leichte Erholung der Nachfrage zu Beginn des Quartals. Laut dem S&P Global Institut stieg der entsprechende Hauptindex nach vier Monaten Schrumpfung spürbar an. Ebenso stabilisierte sich der Arbeitsmarkt in der Branche nahezu vollkommen. Die Unternehmen blicken zudem wieder optimistischer auf die kommenden zwölf Monate. Gleichzeitig zieht jedoch der Druck bei den Kosten wieder an. Aufgrund höherer Ausgaben für Treibstoff verteuerten sich die Dienstleistungen für heimische Verbraucher.

Hoffnungsschimmer bei den Aufträgen

Ein leichtes Plus bei den Neuaufträgen beendete die monatelange Durststrecke der Branche. Die Firmen profitierten hierbei vor allem von der Gewinnung neuer Kunden im Inland. Auch das Geschäft mit ausländischen Partnern verzeichnete nur noch sehr geringe Einbußen. Dies stellt das beste Ergebnis für den Export seit fünf Monaten dar. Der Stellenabbau verlangsamte sich auf das geringste Maß seit Beginn des Rückgangs. Die vorhandenen personellen Kapazitäten reichten für das aktuelle Arbeitspensum problemlos aus. Aus diesem Grund arbeiteten die Anbieter verbliebene Auftragsbestände weiter ab. Das Tempo beim Abbau der Rückstände schwächte sich allerdings deutlich ab.

Ansteigende Preise belasten Betriebe

Auf der Kostenseite zeichnet sich eine erneute Beschleunigung des Preisauftriebs ab. Nach Angaben des S&P Global Instituts zogen die Aufwendungen nach dem vorherigen Tiefststand wieder an. Hauptverantwortlich dafür war unter anderem das Auslaufen von Hilfen bei den Kraftstoffpreisen. Viele Betriebe reichten diese höheren Ausgaben direkt an ihre Kunden weiter. Die Steigerungsrate bei den Verkaufspreisen beschleunigte sich folglich spürbar. Trotz dieser Belastungen erholte sich der Geschäftsausblick für die Zukunft weiter. Die Zuversicht erreichte fast wieder das Niveau von vor Ausbruch des Nahost-Krieges.

Phil Smith von S&P Global Market Intelligence äußert sich zu der aktuellen Lage. „Die Rahmenbedingungen im deutschen Servicesektor haben sich zu Beginn des dritten Quartals wieder nahezu stabilisiert. Dies galt nicht allein für die Geschäftstätigkeit, sondern auch für den Arbeitsmarkt. Die Juli-Daten signalisieren erste Anzeichen eines Nachfrageanstiegs seit dem Ausbruch des Nahost-Krieges. Die Neuaufträge legten nach viermonatiger Flaute wieder zu. Auch die Zuversicht kehrt langsam zurück. Dies lässt sich an der erneuten Verbesserung des zukunftsgerichteten Indexes ablesen. Die neuerliche Zunahme des Inflationsdrucks kommt wenig überraschend. Der Tankrabatt lief Ende Juni aus. Die Entwicklung an der Preisfront bleibt allerdings offen. Dies ist der Lage im Nahen Osten geschuldet. Sie sorgt für Volatilität auf den Energiemärkten und für unsichere Lieferketten. Die Weichen für Wachstum schienen gestellt. Die jüngsten Eskalationen zeigten jedoch Risiken auf.“

Industrie zieht Gesamtwirtschaft nach oben

Der gesamtwirtschaftliche Index für Deutschland entwickelte sich dank der Erholung wieder positiv. Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung war ein deutlicher Anstieg der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. Sektorübergreifend verbesserten sich die Auftragseingänge sowohl im Inland als auch im Auslandsgeschäft. Beim Personalabbau verzeichnete die Gesamtwirtschaft die kleinste Rückgangsrate seit Jahresbeginn. Das Stimmungsbarometer für die künftige Entwicklung stieg auf einen Höchstwert seit fünf Monaten. Der Preisanstieg für Güter schwächte sich trotz höherer Produktionskosten insgesamt leicht ab. Damit blickt die gesamte deutsche Wirtschaft insgesamt wieder zuversichtlicher auf die kommenden Monate.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

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