Die Aconext GmbH hat die Apex Engineering GmbH übernommen. Dieser strategische Schritt beendet eine mehrmonatige Phase der Ungewissheit für den Münchener Engineering-Spezialisten. Das Amtsgericht München eröffnete das Insolvenzverfahren am 30. April 2026. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Marc-André Kuhne bestellt. Bereits zum 1. Mai 2026 erfolgte die Übertragung des Geschäftsbetriebs an den neuen Eigentümer. Der Verkauf sichert den Fortbestand des technischen Know-hows am Standort München. Laut dem Insolvenzverwalter konnte durch die schnelle Lösung die Arbeit ohne Unterbrechung fortgesetzt werden.
Rettung nach intensivem Bieterprozess
„Ich bin sehr erleichtert und erfreut, dass wir nach intensiven Verhandlungen eine nachhaltige Lösung erreichen konnten“, erklärt Marc-André Kuhne. Die Aconext GmbH integriert die Kernbelegschaft des insolventen Unternehmens in ihre eigenen Strukturen. Nach Angaben des Insolvenzverwalters werden sechs hochqualifizierte Mitarbeiter übernommen. Der Investor erkennt damit die strategische Bedeutung der Dienstleistungen in der Vorentwicklung an. Das Verfahren zeigt, dass spezialisierte Einheiten trotz schwieriger Branchenlage eine Zukunft haben können. Die Fortführung des Betriebs während der vorläufigen Verwaltung legte den Grundstein für diesen Erfolg.
Expertise in der Bordnetzentwicklung
Die Apex Engineering GmbH wurde im April 2010 ursprünglich in Karlsfeld gegründet. Später verlegte das Unternehmen seinen Hauptsitz nach München. Es fungiert als hochspezialisierter Ingenieur- und Entwicklungsdienstleister für die Automobilindustrie. Die Schwerpunkte liegen in der Forschung und Vorentwicklung von Bordnetzen sowie Bussystemen. Ein wesentlicher Pfeiler war laut Firmenangaben die tiefe Integration in Prozesse der BMW AG. Das Unternehmen verfügt über eine Zertifizierung nach dem TISAX-Standard. Dies garantiert den sicheren Austausch sensibler Entwicklungsdaten mit den Herstellern. In der Vergangenheit beschäftigte der Betrieb bis zu 28 Mitarbeiter.
Ursachen der wirtschaftlichen Krise
Der Weg in die Schieflage war durch strukturelle Verwerfungen geprägt. Seit Ende 2025 sah sich das Unternehmen mit drastischen Budgetkürzungen konfrontiert. Nach Angaben von Marc-André Kuhne wurden Aufträge verstärkt in Niedriglohnländer vergeben. Davon waren insbesondere Standorte in Indien und China betroffen. Parallel dazu blieben die fixen Betriebskosten mit monatlich rund 0,10 Mio. EUR auf einem hohen Niveau. Laut dem Insolvenzverwalter führte dies zu einer unüberbrückbaren Liquiditätslücke. Da Partnerunternehmen unter Kurzarbeit litten, blieben notwendige Anschlussaufträge aus. Im Februar 2026 wurde der Antrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit unumgänglich.

Mit dem Eigentümerwechsel beginnt ein neues Kapitel für den Dienstleister. Der Investor bringt die notwendige Stabilität für das herausfordernde Marktumfeld mit. Nicht übernommene Teile der Betriebsausstattung dienen der Befriedigung der Gläubigeransprüche. „Mit Aconext GmbH haben wir einen Partner gefunden, der die notwendige Stabilität mitbringt“, betont Marc-André Kuhne. Die Kernmannschaft soll nun in der neuen Struktur wieder wachsen können. Der Fokus bleibt auf anspruchsvollen Projekten in der Vorentwicklung. Der Standort München profitiert vom Erhalt der spezialisierten Arbeitsplätze. Damit ist die Sanierung des Engineering-Experten erfolgreich abgeschlossen. Das technische Wissen bleibt der deutschen Automobilindustrie in vollem Umfang erhalten.







