Das geschäftliche Fundament bildet vor allem eine hoch automatisierte Fertigungsinfrastruktur, die auf spezifische Kundenanforderungen ausgerichtet ist. „Als Built-to-Print-Fertiger produziert PSW ausschließlich nach den individuellen Vorgaben seiner Kunden. Dadurch entstehen täglich neue und anspruchsvolle Projekte“, betont Dennis Hanuschik, geschäftsführender Gesellschafter des Betriebs. Gemeinsam mit der Kundschaft würden laufend Optimierungen für Fertigungsprozesse und Produktlösungen entwickelt, um eine maximale Wirtschaftlichkeit sowie gleichbleibende Güte zu gewährleisten.
Stationen einer kontinuierlichen Expansion
Die Wurzeln des mittelständischen Betriebs reichen bis in das Jahr 1998 zurück. Aufgrund eines stetigen Wachstums folgte im Jahr 2004 der Bau einer neuen Betriebsstätte am Standort Elze. Eine weitere signifikante Vergrößerung der Fertigungs- und Büroflächen wurde im Jahr 2017 realisiert, wodurch die Kapazitäten auf etwa 3.000 Quadratmeter anstiegen. Den bisher einschneidendsten Schritt markierte der Beginn des Jahres 2026, als der Eigentümerwechsel im Zuge einer langfristig geplanten Nachfolgelösung vollzogen werden konnte.
Neue Strategien und ehrgeizige Ziele
Mit dem Inhaberwechsel erfolgte für die Firma eine klare strategische Neuausrichtung. Die bewährte Kompetenz in der Metallverarbeitung wird nun mit internationalen Managementerfahrungen, frischen Impulsen sowie einem erweiterten Netzwerk verknüpft. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Beschleunigung von Automatisierungsprozessen, der Integration humanoider Robotik und dem verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz. Ziel ist es, das Unternehmen durch die Ansprache neuer Kundengruppen sowie den Eintritt in zusätzliche Marktsegmente noch breiter aufzustellen. Bereits in den ersten Monaten des Jahres 2026 zeigte sich ein deutlicher Aufwärtstrend in den Büchern.
Einen wesentlichen Meilenstein bildete im Sommer 2026 die Übernahme und vollständige Integration der FMC Metalltechnik GmbH & Co. KG. Dieser Schritt sollte vor allem der langfristigen Standortsicherung sowie dem Ausbau der bestehenden Fertigungskapazitäten dienen. Das Unternehmen stand zuletzt vor der Herausforderung, steigende Investitionen in moderne Technologien und automatisierte Prozesse zu stemmen. Durch diesen Kauf wuchs die Belegschaft der gesamten Gruppe auf fast 100 Mitarbeiter an. Neben modernster Lasertechnologie erweiterte sich die Fertigungstiefe um den Bereich der Pulverbeschichtung; zudem konnte mit der Büromöbelindustrie ein völlig neues Marktsegment erschlossen werden. Darüber hinaus sicherte sich die Gruppe eine weitere Produktionshalle sowie angrenzende Grundstücke mit einer Fläche von deutlich über 10.000 Quadratmetern.
Finanzierungsstruktur für nachhaltiges Wachstum
Um eine solche Expansionsstrategie solide zu unterfüttern, bedarf es einer maßgeschneiderten Finanzierungsstruktur. Im Zuge der Nachfolgeentscheidung wurden im Vorfeld verschiedene Modelle von klassischen Bankkrediten über Family-Office-Engagements bis hin zu stillen Beteiligungen eingehend geprüft. Ausschlaggebend für die letztlich gewählte Struktur war der Wunsch nach hoher unternehmerischer Bewegungsfreiheit und kurzen Reaktionszeiten. „Für mich war entscheidend, auch künftig unternehmerisch schnell und unabhängig handeln zu können, um flexibel auf Marktanforderungen reagieren zu können. Auch aus diesem Grund haben wir uns für eine Zusammenarbeit mit der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Niedersachen (MBG) mbH entschieden“, erklärt Hanuschik.
Beeindruckende Umsatzentwicklung
Die breite Aufstellung spiegelt sich auch in den Erwartungen für die Umsatzentwicklung wider. Lag das Geschäftsvolumen im Jahr 2025 noch bei 5,0 Mio. EUR, so wird für das laufende Jahr 2026 bereits ein Zielwert von 9,0 Mio. EUR angepeilt. Nach der Konsolidierung und vollen Integration der Zukäufe soll der konsolidierte Gruppenumsatz im Jahr 2027 schließlich die Marke von 12 Mio. EUR erreichen. Die vergrößerte Grundstücksfläche bildet dabei das Fundament für kommende Investitionen in weitere Zukunftstechnologien am niedersächsischen Standort.
„Bonitätsstarke Zielgesellschaft und überzeugender MBI-Manager waren Grundstein der erfolgreichen Nachfolge“Interview mit von Matthias Zorn, Prokurist, Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Niedersachsen (MBG) mbH Unternehmeredition: Welche Art der Beteiligung hat im Rahmen dieser Transaktion stattgefunden? Matthias Zorn: Die MBG hat sich als typisch stiller Gesellschafter an der Holding beteiligt. Das Projekt kam nach Angaben der Beteiligungsgesellschaft über die Vermittlung eines Kreditinstituts zustande. Wie kam es zum ersten Kontakt? Gab es Vorbeziehungen? Der MBI-Manager war uns bereits aus früheren Gesprächen bekannt. Die meisten Verhandlungspartner kannten sich somit bereits vor den ersten Investorengesprächen.
Was war ausschlaggebend für Ihre Zusage für eine Beteiligung? Eine bonitätsstarke Zielgesellschaft und ein überzeugender MBI-Manager waren der Grundstein für die erfolgreiche Nachfolge. Neben Eigenkapital und einem nachrangigen Verkäuferdarlehen flossen Fremdkapitalmittel der Sparkasse Hameln-Weserbergland ein. Zudem wurden die Bürgschaftsbank Niedersachsen GmbH und über den ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge die KfW eingebunden. Somit lag ein vielfältiger Finanzierungsmix vor.
Wie erleben Sie aktuell die Zusammenarbeit und die Entwicklung des Unternehmens? Ich erlebe eine von gegenseitigem Vertrauen und Offenheit geprägte Geschäftsverbindung, die von einer plangemäßen Entwicklung der Zielgesellschaft flankiert wird. Wir sind sehr zufrieden mit der bisherigen Geschäftsverbindung und freuen und auf die gemeinsame Zukunft.
Wir danken Ihnen für das Gespräch! Das Interview führte Alexander Görbing. |
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