Innovation und Zukäufe sichern den Wachstumskurs

Wie PSW Tradition und moderne Metallverarbeitung verbindet

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Mit einer maßgeschneiderten Nachfolgeregelung und strategischen Zukäufen stellt sich die PSW-Umformtechnik GmbH sehr nachhaltig zukunftsfähig auf. Unter neuer Führung und begleitet von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Niedersachsen (MBG) mbH vollzieht der Elzer Spezialist für Feinblechbearbeitung nun den Wandel zum Industrieanbieter.
Die PSW-Umformtechnik GmbH hat sich über die Jahre als verlässlicher Spezialist in der industriellen Feinblechbearbeitung am Markt verankert. Auf rund 3.000 Quadratmetern Produktionsfläche fertigen die inzwischen knapp 100 Beschäftigten des Betriebs kundenspezifische Bauteile, Gehäusekomplettsysteme und Gehäusekomponenten. Das Spektrum der verarbeiteten Werkstoffe reicht dabei von Stahl und Edelstahl über Aluminium und Kupfer bis hin zu Messing und Weißblech. Durch ein hohes Maß an technologischem Know-how, Flexibilität und ausgeprägten Qualitätsstandards hat sich das Unternehmen zu einem geschätzten Partner etabliert. Zu den belieferten Branchen gehören vor allem die Elektroindustrie, die Antriebstechnik, der Bahnsektor sowie die Rüstungsindustrie.

Das geschäftliche Fundament bildet vor allem eine hoch automatisierte Fertigungsinfrastruktur, die auf spezifische Kundenanforderungen ausgerichtet ist. „Als Built-to-Print-Fertiger produziert PSW ausschließlich nach den individuellen Vorgaben seiner Kunden. Dadurch entstehen täglich neue und anspruchsvolle Projekte“, betont Dennis Hanuschik, geschäftsführender Gesellschafter des Betriebs. Gemeinsam mit der Kundschaft würden laufend Optimierungen für Fertigungsprozesse und Produktlösungen entwickelt, um eine maximale Wirtschaftlichkeit sowie gleichbleibende Güte zu gewährleisten.

Stationen einer kontinuierlichen Expansion

Die Wurzeln des mittelständischen Betriebs reichen bis in das Jahr 1998 zurück. Aufgrund eines stetigen Wachstums folgte im Jahr 2004 der Bau einer neuen Betriebsstätte am Standort Elze. Eine weitere signifikante Vergrößerung der Fertigungs- und Büroflächen wurde im Jahr 2017 realisiert, wodurch die Kapazitäten auf etwa 3.000 Quadratmeter anstiegen. Den bisher einschneidendsten Schritt markierte der Beginn des Jahres 2026, als der Eigentümerwechsel im Zuge einer langfristig geplanten Nachfolgelösung vollzogen werden konnte.

Die Weichenstellung für diesen Generationswechsel zog sich über einen längeren Zeitraum hin. Der Ursprung war ein erster Kontakt über eine Annonce in einem regionalen Wirtschaftsblatt anno 2021. Durch die Verwerfungen der Coronapandemie und die allgemeine Unsicherheit ruhten die Gespräche jedoch vorübergehend. Erst Mitte des Jahres 2025 wurden die Verhandlungen über eine Übernahme wieder aufgenommen und schließlich erfolgreich zum Abschluss gebracht.

Neue Strategien und ehrgeizige Ziele

Mit dem Inhaberwechsel erfolgte für die Firma eine klare strategische Neuausrichtung. Die bewährte Kompetenz in der Metallverarbeitung wird nun mit internationalen Managementerfahrungen, frischen Impulsen sowie einem erweiterten Netzwerk verknüpft. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Beschleunigung von Automatisierungsprozessen, der Integration humanoider Robotik und dem verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz. Ziel ist es, das Unternehmen durch die Ansprache neuer Kundengruppen sowie den Eintritt in zusätzliche Marktsegmente noch breiter aufzustellen. Bereits in den ersten Monaten des Jahres 2026 zeigte sich ein deutlicher Aufwärtstrend in den Büchern.

Einen wesentlichen Meilenstein bildete im Sommer 2026 die Übernahme und vollständige Integration der FMC Metalltechnik GmbH & Co. KG. Dieser Schritt sollte vor allem der langfristigen Standortsicherung sowie dem Ausbau der bestehenden Fertigungskapazitäten dienen. Das Unternehmen stand zuletzt vor der Herausforderung, steigende Investitionen in moderne Technologien und automatisierte Prozesse zu stemmen. Durch diesen Kauf wuchs die Belegschaft der gesamten Gruppe auf fast 100 Mitarbeiter an. Neben modernster Lasertechnologie erweiterte sich die Fertigungstiefe um den Bereich der Pulverbeschichtung; zudem konnte mit der Büromöbelindustrie ein völlig neues Marktsegment erschlossen werden. Darüber hinaus sicherte sich die Gruppe eine weitere Produktionshalle sowie angrenzende Grundstücke mit einer Fläche von deutlich über 10.000 Quadratmetern.

Finanzierungsstruktur für nachhaltiges Wachstum

Um eine solche Expansionsstrategie solide zu unterfüttern, bedarf es einer maßgeschneiderten Finanzierungsstruktur. Im Zuge der Nachfolgeentscheidung wurden im Vorfeld verschiedene Modelle von klassischen Bankkrediten über Family-Office-Engagements bis hin zu stillen Beteiligungen eingehend geprüft. Ausschlaggebend für die letztlich gewählte Struktur war der Wunsch nach hoher unternehmerischer Bewegungsfreiheit und kurzen Reaktionszeiten. „Für mich war entscheidend, auch künftig unternehmerisch schnell und unabhängig handeln zu können, um flexibel auf Marktanforderungen reagieren zu können. Auch aus diesem Grund haben wir uns für eine Zusammenarbeit mit der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Niedersachen (MBG) mbH entschieden“, erklärt Hanuschik.

Die Wahl fiel schließlich auf ein kombiniertes Modell unter Einbindung von Förderbanken und regionalen Partnern. Neben der KfW und der örtlichen Sparkasse Hameln-Weserbergland spielten die Bürgschaftsbank Niedersachsen GmbH sowie die MBG eine zentrale Rolle bei der Strukturierung des Kapitals. Laut Angaben der Geschäftsführung hat sich diese Partnerkonstellation rückblickend als passgenau für die Anforderungsprofile und die Größendimension des Unternehmens erwiesen.

Beeindruckende Umsatzentwicklung

Die breite Aufstellung spiegelt sich auch in den Erwartungen für die Umsatzentwicklung wider. Lag das Geschäftsvolumen im Jahr 2025 noch bei 5,0 Mio. EUR, so wird für das laufende Jahr 2026 bereits ein Zielwert von 9,0 Mio. EUR angepeilt. Nach der Konsolidierung und vollen Integration der Zukäufe soll der konsolidierte Gruppenumsatz im Jahr 2027 schließlich die Marke von 12 Mio. EUR erreichen. Die vergrößerte Grundstücksfläche bildet dabei das Fundament für kommende Investitionen in weitere Zukunftstechnologien am niedersächsischen Standort.

Durch die gelungene Verknüpfung von gewachsener Fertigungskompetenz, zukunftsorientierter Robotik und einer verlässlichen Finanzierungsstruktur steht das Unternehmen exemplarisch für eine geglückte Mittelstandsnachfolge. Die Umstrukturierung zeigt, wie traditionsreiches Handwerk durch gezielte Akquisitionen und technologische Erneuerung in einem anspruchsvollen Marktumfeld auf Wachstumskurs gehalten werden kann.
👉 Dieser Beitrag erscheint auch in der aktuellen Magazinausgabe der Unternehmeredition 3/2026 mit dem Themenschwerpunkt „Unternehmensverkauf/M&A“.

„Bonitätsstarke Zielgesellschaft und überzeugender MBI-Manager waren Grundstein der erfolgreichen Nachfolge“

Interview mit von Matthias Zorn, Prokurist, Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Niedersachsen (MBG) mbH

Unternehmeredition: Welche Art der Beteiligung hat im Rahmen dieser Transaktion stattgefunden?

Matthias Zorn: Die MBG hat sich als typisch stiller Gesellschafter an der Holding beteiligt. Das Projekt kam nach Angaben der Beteiligungsgesellschaft über die Vermittlung eines Kreditinstituts zustande.

Wie kam es zum ersten Kontakt? Gab es Vorbeziehungen?

Der MBI-Manager war uns bereits aus früheren Gesprächen bekannt. Die meisten Verhandlungspartner kannten sich somit bereits vor den ersten Investorengesprächen.
Was war ausschlaggebend für Ihre Zusage für eine Beteiligung? Eine bonitätsstarke Zielgesellschaft und ein überzeugender MBI-Manager waren der Grundstein für die erfolgreiche Nachfolge. Neben Eigenkapital und einem nachrangigen Verkäuferdarlehen flossen Fremdkapitalmittel der Sparkasse Hameln-Weserbergland ein. Zudem wurden die Bürgschaftsbank Niedersachsen GmbH und über den ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge die KfW eingebunden. Somit lag ein vielfältiger Finanzierungsmix vor.
Wie erleben Sie aktuell die Zusammenarbeit und die Entwicklung des Unternehmens? Ich erlebe eine von gegenseitigem Vertrauen und Offenheit geprägte Geschäftsverbindung, die von einer plangemäßen Entwicklung der Zielgesellschaft flankiert wird. Wir sind sehr zufrieden mit der bisherigen Geschäftsverbindung und freuen und auf die gemeinsame Zukunft.

Wir danken Ihnen für das Gespräch!

Das Interview führte Alexander Görbing.

KURZPROFIL

PSW-Umformtechnik GmbH
Gründungsjahr: 1998
Branche: industrielle Feinblechbearbeitung/Metallverarbeitung
Firmensitz: Elze, Niedersachsen
Umsatz 2025: 9 Mio. EUR
Mitarbeiterzahl: knapp 100
Autorenprofil
Alexander Görbing

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören  Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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