Geschäftsklima steigt: Mittelstand im Aufwind

Foto: © Miha Creative_AdobeStock
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Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen verbessert sich kontinuierlich. Die Stimmung steigt den fünften Monat in Folge spürbar an. Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland fasst nun endgültig wieder Fuß. Die KfW Research berichtet im aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsindex von einer sehr robusten konjunkturellen Erholung. Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage deutlich positiver als zuvor. Auch die Zukunftsaussichten für die kommenden Monate werden besser eingeschätzt. Der Stimmungsindikator nähert sich schnell seinem langfristigen und wichtigen Durchschnittswert. Ein Vorstoß in den positiven Bereich steht offenbar kurz bevor. Trotz anhaltender Widrigkeiten zeigt sich eine klare und nachhaltige Trendwende. Hohe Energiepreise und steigende Zinsen belasten die Firmen zwar weiterhin. Dennoch blicken die Betriebe wieder mit mehr Zuversicht nach vorn. Laut dem ifo Institut ist die Aufhellung sehr breit angelegt. Fast alle Wirtschaftsbereiche verzeichnen momentan eine sichtbare und messbare Entwicklung. Die neue Zuversicht kehrt in die heimische Wirtschaft spürbar zurück.

Industrie treibt den Aufschwung weiter voran

Das Verarbeitende Gewerbe fungiert als wichtigster Motor der aktuellen Erholung. Hier fällt die Stimmungsverbesserung im Berichtsmonat ganz besonders stark aus. Die Industrieunternehmen blicken wieder mit mehr Zuversicht auf die Monate. Auch andere Sektoren folgen diesem beschriebenen und sehr messbaren Trend. Die Dienstleister zeigen in der Umfrage ebenfalls einen höheren Indexwert. Der Großhandel und der Einzelhandel verzeichnen vergleichbare und starke Stimmungsaufhellungen. Die vielen Verbraucher scheinen langsam wieder etwas konsumfreudiger zu werden. Lediglich das Bauhauptgewerbe hinkt dieser sehr dynamischen Entwicklung etwas hinterher. Dort ist aktuell nur eine leichte Zunahme der Zuversicht messbar. Die Baubranche kämpft weiterhin mit ihren ganz eigenen, spezifischen Herausforderungen. Die hohen Finanzierungskosten bremsen die Nachfrage nach neuen Bauleistungen spürbar. Insgesamt überwiegt jedoch branchenübergreifend der höhere Indexwert in der Wirtschaft. Die kleinen und mittleren Unternehmen stabilisieren die deutsche Wirtschaftskraft enorm.

Großunternehmen erleben einen leichten Dämpfer

Die Entwicklung bei den Großunternehmen verläuft momentan jedoch etwas anders. Deren Geschäftsklima sinkt nach einem vorherigen deutlichen Anstieg leicht ab. Wirtschaftsexperten werten diesen Rückgang lediglich als eine rein vorübergehende Korrektur. Die Stimmung der großen Firmen ist traditionell deutlich schwankungsanfälliger ausgeprägt. Dies liegt an der breiteren Streuung über verschiedene Branchen hinweg. Eine geringere Abhängigkeit von einzelnen Betrieben spielt hier ebenfalls mit. Der Mittelstand zeigt sich in dieser Hinsicht oft wesentlich krisenresistenter. Ein Hauptgrund für die aktuelle Eintrübung ist das globale Exportgeschäft. Die Exporterwartungen der großen Industrieunternehmen sind momentan nämlich klar rückläufig. Im Vormonat war hier ein geradezu sprunghafter Anstieg verzeichnet worden. Auch diese jüngste Entwicklung deutet stark auf eine Normalisierung hin. Nach Angaben von KfW Research bleibt die Gesamtsituation dennoch stabil. Die konjunkturelle Erholung der großen Betriebe setzt sich weiter fort.

Auslandsgeschäft des Mittelstands floriert wieder

Ganz anders präsentiert sich die Exportlage bei den kleineren Firmen. Die Exporterwartungen der mittelständischen Betriebe legen weiterhin sehr deutlich zu. Der entsprechende Index in diesem wichtigen Bereich wächst kontinuierlich an. Der erhobene Indikator liegt nun wieder im stark überdurchschnittlichen Bereich. Er hat erstmals seit langer Zeit die kritische Nulllinie überschritten. Ein vergleichbar hoher Wert wurde zuletzt vor einigen Jahren gemessen. Diese Entwicklung markiert einen sehr wichtigen Meilenstein für die Wirtschaft. Die mittelständischen Exporteure haben den globalen Krisenmodus nun offenbar überwunden. Die weltweite Nachfrage nach heimischen Produkten zieht nun spürbar an. Die internationalen Lieferketten scheinen mittlerweile wieder deutlich besser zu funktionieren. Die Betriebe rechnen fest mit steigenden Aufträgen aus dem Ausland. Dieser wachsende Exporthunger sichert planbare Umsätze und stärkt die Ertragskraft. Die Wettbewerbsfähigkeit auf den globalen Märkten bleibt somit weiterhin erhalten.

Unternehmen planen wieder neue Einstellungen

Ein weiterer starker Beleg betrifft den viel beachteten deutschen Arbeitsmarkt. Die Beschäftigungserwartungen der vielen Unternehmen drehen nun spürbar nach oben. Bis zum Frühjahr sah es bei diesem Indikator schwach aus. Er bewegte sich lange Zeit auf einem sehr niedrigen Krisenniveau. Solch niedrige Werte wurden zuletzt zu Beginn der Corona-Pandemie registriert. Doch im Sommer vollzog sich daraufhin eine sehr klare Trendwende. Dies gilt sowohl für den Mittelstand als auch für Großunternehmen. Die Firmen planen wieder verstärkt, neues und qualifiziertes Personal einzustellen. Besonders auffällig ist die messbare Verbesserung bei den mittelständischen Betrieben. Drei Monate nacheinander sind deren Einstellungsabsichten nun bereits kontinuierlich angestiegen. Sie befinden sich knapp unter dem langjährigen und wichtigen Durchschnittswert. Die Kapazitätsauslastung der kleinen und mittleren Betriebe nimmt wieder zu. Die Unternehmen rechnen perspektivisch mit einem stark anziehenden operativen Geschäft. Parallel dazu dürften die Investitionsabsichten der Firmen bald konkreter werden. Die Erholung der Wirtschaft sei laut KfW-Experten nun kaum noch aufzuhalten.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

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