Die Deutsche Beteiligungs AG übernimmt die Mehrheit an der TNL-Gruppe. Laut einer Pressemitteilung erwarb das Unternehmen die Anteile im Rahmen eines Management-Buy-outs. Die Transaktion wurde demnach bilateral über das Netzwerk der Käuferseite angebahnt. Der Gründer Frank Bernshausen sowie weitere Manager beteiligen sich signifikant im Rahmen einer Rückbeteiligung. Der Vollzug der Transaktion steht nach Angaben der Beteiligten unter dem Vorbehalt behördlicher Zustimmungen. Über den genauen Kaufpreis wurde Pressemitteilung Stillschweigen vereinbart.
„Grüner Riese“ für komplexe Netze
Nach Firmenangaben ist das Zielunternehmen ein Spezialist für Umweltplanung und Genehmigungsberatung. Die Gesellschaft fokussiert sich auf die Bereiche der Energie- und Verkehrsinfrastruktur. Das Unternehmen wurde im Jahr 1994 von Frank Bernshausen gegründet. Heute begleitet die Firma anspruchsvolle Bauvorhaben wie Windparks und Solarparks. Auch Hochspannungsleitungen gehören nach eigenen Angaben zum Portfolio des Dienstleisters. Das Unternehmen unterstützt Kunden von der ökologischen Voruntersuchung bis zur Baubegleitung. Laut dem Text ist die Gruppe bei den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern etabliert. Dazu gehören TenneT, Amprion, 50Hertz und TransnetBW. An vier Standorten beschäftigt die Gruppe rund 250 Mitarbeitende. Diese erzielten im Jahr 2025 eine Gesamtleistung von rund 30 Mio. EUR.
Rückenwind durch den Netzentwicklungsplan
Die Investition folgt laut der DBAG einer gezielten Strategie. Man investiere in Unternehmen, die in strukturell attraktiven Märkten operieren. Der Ausbau der Netze treibe die Nachfrage nach Umweltplanungsleistungen an. Der Kernmarkt des Spezialisten wuchs laut Mitteilung seit 2020 zweistellig. Diese positive Entwicklung wird nach Angaben der Partner durch langfristige Rahmenverträge gestützt. Das Profil wird durch Referenzen in systemrelevanten Großprojekten abgerundet. Dazu zählen die Projekte SuedLink, SuedOstLink und Rhein-Main-Link. Tom Alzin, Sprecher des Vorstands der DBAG, sagt: „TNL ist ein echter Hidden Champion in einem nicht-zyklischen Wachstumsmarkt.“ „Das Unternehmen liefert unverzichtbare Planungsleistungen für Projekte, die für das Gelingen der Energiewende zwingend notwendig sind.“ Ferner ergänzt er: „Frank Bernshausen und sein Team haben über 30 Jahre eine einzigartige Marktstellung aufgebaut.“ „Diese basiert auf Expertise, Projektkompetenz sowie Behörden- und Kundenvertrauen.“ „Diese starke Basis wollen wir gemeinsam mit dem Management konsequent weiterentwickeln.“
Gemeinsamer Kurs auf Wachstum
Mit dem neuen Mehrheitsgesellschafter soll der Wachstumskurs konsequent fortgesetzt werden. Geplant ist laut der Mitteilung die Implementierung eines eigenen Beirats. Die Marktpräsenz bei Verteilnetzbetreibern und der Schieneninfrastruktur soll ausgebaut werden. Auch die Bereiche Klimaanpassung und Wassermanagement stehen im Fokus. Zudem prüft das Unternehmen laut der vorliegenden Vorlage weitere gezielte Zukäufe. Christoph Großekämper, Managing Director der DBAG, kommentiert die Pläne: „Die Strategie für die nächste Wachstumsphase haben wir gemeinsam erarbeitet. Das geschah von Beginn an auf Augenhöhe. Unser Ziel ist klar: TNL soll organisch und durch gezielte Zukäufe wachsen. Somit diversifizieren wir die Kunden- und Kompetenzbasis weiter.“ Frank Bernshausen äußert sich ebenfalls erfreut über die Partnerschaft: „Ich habe TNL als Umweltplanungsbüro gegründet und bin stolz darauf, was wir gemeinsam geschafft haben. Wir beteiligten uns an einigen der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Deutschlands. Für mich war bei der Nachfolgesuche immer ein Partner wichtig, der das Handwerk versteht. Zudem müssen ihm die Menschen im Unternehmen wichtig sein. Mit der DBAG habe ich beides in Personalunion gefunden.“









