Gesunkene Multiples belasten Halbjahresergebnis der DBAG

Foto: © Funtap_AdobeStock
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Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat heute ein negatives Konzernergebnis für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt und ihre Jahresprognose angepasst. Nach Angaben einer heute versandten Pressemeldung des Unternehmens sank der Nettovermögenswert je Aktie zum 30. Juni 2026 auf 33,65 EUR. Ende des vergangenen Jahres hatte dieser Wert noch bei 36,37 EUR. Das Konzernergebnis fiel im ersten Halbjahr auf minus 34 Mio. EUR, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 8,2 Mio. EUR erzielt worden war. Laut dem Halbjahresbericht der DBAG belaufen sich die verfügbaren Mittel zum Stichtag auf 96,7 Mio. EUR nach 103,1 Mio. EUR Ende 2025. Das EBITA der Fondsberatung verringerte sich leicht auf 6,8 Mio. EUR nach 7,1 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum.

Prognosekorrektur für das Gesamtjahr

Die Gesellschaft hat aufgrund dieser vorgelegten Zahlen ihre Erwartungen für das Gesamtjahr 2026 angepasst. Der Nettovermögenswert je Aktie soll zum Jahresende nun zwischen 32 Euro und 36 EUR liegen. Ursprünglich war eine Spanne von 36 Euro bis 40 EUR angestrebt worden. Dagegen hob das Management die Prognose für das EBITA der Fondsberatung auf 9 Mio. EUR bis 11 Mio. EUR an. Zuvor wurden 5 Mio. EUR bis 9 Mio. EUR erwartet. Die DBAG sieht die Ursache der Entwicklung nicht im eigenen operativen Geschäft. Die Portfoliounternehmen entwickelten sich in Summe robust und erzielten positive Ergebnisbeiträge. Das Ergebnis sei vielmehr durch gesunkene Bewertungsmultiplikatoren von Vergleichsunternehmen am Markt unter Druck geraten. Diese rückläufigen Multiplikatoren hätten die operativen Fortschritte der Beteiligungen überkompensiert.

Geopolitische Belastungen

Das Marktumfeld war laut der DBAG-Mitteilung durch grundlegende geopolitische Veränderungen geprägt. Nach Angaben der Gesellschaft dämpfen der bewaffnete Konflikt im Nahen Osten, gestörte Seerouten für die Energieversorgung sowie angekündigte Zölle das Wachstum in Europa. Diese Faktoren setzen die exportorientierte deutsche Wirtschaft unter Druck. Im Sektor für IT-Services und Software eröffnen KI-basierte Lösungen zwar Produktivitätsgewinne, stellen jedoch andere Geschäftsmodelle infrage. Dies führte branchenübergreifend zu niedrigeren Bewertungsansätzen.

„Operativ haben unsere Portfoliounternehmen im ersten Halbjahr in Summe positive Ergebnisbeiträge erwirtschaftet, doch die gesunkenen Bewertungsmultiplikatoren der Vergleichsunternehmen in einigen Sektoren haben das mehr als aufgezehrt. Deshalb haben wir unsere Prognose für 2026 am 16. Juli angepasst“, sagt Tom Alzin, Sprecher des Vorstands der Deutschen Beteiligungs AG. „An unserem Kurs ändert das nichts: Wir investieren, wo wir strukturelles Wachstum sehen, und veräußern, wenn die Bedingungen stimmen. Genau in solchen Phasen entstehen attraktive Chancen für nachhaltige Wertsteigerung“, so Alzin weiter.

Hohe Transaktionsaktivität auf Käuferseite

Das Unternehmen stellte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 90,5 Mio. EUR für neue Beteiligungen bereit. Der von der Gesellschaft beratene DBAG Fund VIII erwarb im Rahmen eines Management-Buy-outs die Mehrheit an der Hipp Technology Group. Damit stärkte die Gesellschaft ihr Engagement im Healthcare-Sektor. Das Zielunternehmen prognostiziert für das Jahr 2026 einen Umsatz von rund 95 Mio. EUR. An der Bug Bounty Switzerland AG beteiligte sich die Gesellschaft mit einer Minderheitsbeteiligung als Langzeitinvestment. Diese Transaktion wurde vollständig aus der eigenen Bilanz finanziert. Das Schweizer Unternehmen ist ein Pionier für KI-gestütztes Cybersecurity-Testing und schützt unter anderem das Nationale Zentrum für Cybersicherheit des Schweizer Bundes. Zusammen mit Partnern flossen dem Cybersecurity-Unternehmen 12 Mio. CHF zu. Der von der Gesellschaft beratene DBAG ECF IV vereinbarte zudem den Erwerb der Mehrheit an der TNL-Gruppe. Dieser Dienstleister ist im Bereich Umweltgenehmigungen und Bauüberwachung für Stromtrassen, Wind- und Solaranlagen sowie Verkehrsinfrastruktur tätig und treibt so die Energiewende voran. Der Vollzug dieser Übernahme wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Verkäufe bringen Liquidität und Ausschüttungen

Auf der Verkaufsseite wurden im Berichtszeitraum vier Veräußerungen vereinbart beziehungsweise erfolgreich vollzogen. Der Verkauf des Spezialisten für Schienenfahrzeug-Software duagon wurde im Januar 2026 vollzogen. Zudem veräußerte das Unternehmen gemeinsam mit dem DBAG Fund VII den Brandschutzsysteme-Hersteller Kraft & Bauer an Syngroh Capital. Dieser Schritt erfolgte nach mehr als sieben Jahren Haltedauer im März. Darüber hinaus wurde der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an der mageba SA vereinbart. An weiteren Veräußerungen arbeitet das Unternehmen derzeit intensiv. Durch diese Exits stieg die verfügbare Liquidität zwischenzeitlich deutlich an. Insgesamt flossen im ersten Halbjahr 26,1 Mio. EUR über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück. Am 5. Juni erhielten die Anleger eine Ausschüttung von 1,00 EUR je Aktie. Das Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 20 Mio. EUR wurde zudem bis Ende Juli verlängert. Bis Ende Februar wurden dafür bereits 568.100 Aktien zurückgekauft.

Aktie gibt im Halbjahr nach

Die Aktie der Gesellschaft (WKN: A1TNUT / ISIN: DE000A1TNUT7) entwickelte sich im ersten Halbjahr schwächer. Der Kurs fiel von rund 25,15 EUR Ende 2025 auf etwa 21,95 EUR Ende Juni. Dies entspricht einem Rückgang von rund 12,7 %. Neben dem Dividendenabschlag im Juni belasteten Sorgen vor niedrigeren Bewertungen. Nach der Bekanntgabe der Anpassung notierte die Aktie im Juli bei etwa 21,50 EUR.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

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