Krisen belasten die Internationalisierung

Brandherd Ukraine: Auch er machte 2014 vielen Unternehmen einen Strich durch die Rechnung.
Brandherd Ukraine: Auch er machte 2014 vielen Unternehmen einen Strich durch die Rechnung.

Die Expansion ins Ausland steht weiterhin im Fokus deutscher Unternehmen. Internationale Krisen wie die in Osteuropa oder Syrien verunsichern allerdings. Worauf Unternehmer achten müssen.

Hemmen die weltweiten Krisen die Internationalisierung deutscher Unternehmen?


Dr. Thomas Schneider, Partner, EIM Executive Interim Management

Thomas Schneider_EIMDeutliche Einschnitte sind bei der Internationalisierung in Richtung Osteuropa zu sehen. Dies gilt insbesondere für die ehemaligen GUS-Staaten. Bereits freigegebene Investitionsvorhaben wurden gestoppt, geplante Vorhaben werden „on hold“ gesetzt. Die Unsicherheit im Hinblick auf die politischen und wirtschaftlichen Risiken lässt derzeit viele Unternehmer Abstand nehmen.


Jörn Ehrsam/Spitzweg PartnerschaftJörn Ehrsam, Steuerberater, Spitzweg Partnerschaft

Natürlich ist es ein Rückschritt für deutsche Unternehmen, wenn sie von einem auf den anderen Tag ein Absatzgebiet verlieren, weil dort ein Krieg ausgebrochen ist. Das Beispiel Syrien zeigt dies leider am besten. Aufgrund des dort angefangenen Bürgerkriegs im Jahr 2011 ist für einige unserer Mandanten von heute auf morgen ein kompletter Markt weggebrochen. Hier mussten sich die Unternehmen teilweise wieder komplett neu aufstellen. Die Akquisition neuer Märkte und Aufträge geht nicht von heute auf morgen. Firmen, die hier nicht auf diese Region fokussiert waren, konnten das kompensieren, andere mussten sich komplett neu aufstellen.


Thomas Krempl, Partner, Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Thomas Krempl/Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbHDie Hiobsbotschaften aus den internationalen Krisenregionen (Syrien, Iran, Irak, Ukraine) haben die Verunsicherung der Unternehmensmanager verstärkt. Ob und inwieweit die aktuellen politischen Krisen die Internationalisierung deutscher Unternehmen grundsätzlich hemmen, ist jedoch fraglich. Diese Krisen treffen vorrangig Unternehmen mit Absatzmärkten oder Auslandsinvestitionen in diesen Regionen, hemmen aber die Internationalisierungsstrategien eher nicht. Sorgen um eine ggf. abkühlende Weltkonjunktur oder die noch latent vorhandene Finanzkrise im Euro-Raum dürften bei den Überlegungen deutscher Unternehmen eine größere Rolle spielen.


Hans-Joachim Heusler/Bayern International GmbHHans-Joachim Heusler, Geschäftsführer, Bayern International Gmb

Internationalisierung ist ein langfristiger Trend. Krisen belasten diese Entwicklung, stoppen sie aber nicht. Deutsche Unternehmen sind gut aufgestellt und profitieren von der Qualität ihrer Produkte, ihrer Innovationskraft und dem Label „Made in Germany“.