Voller Durchblick (© fotolia/GianlucaCiroTancredi)
Voller Durchblick: Im Verkaufsprozess ist Transparenz entscheidend.

Klarer, strukturierter, schneller: Eine adressatengerechte Aufbereitung unternehmenseigener Finanzinformationen dient nicht nur der optimalen Informationsvermittlung potenzieller Investoren. Solch ein Financial Fact Book vermeidet auch Überraschungen beim Verkäufer und führt zu einem effizienten Verkaufsprozess.

Unabhängig davon, aus welchem Grund eine Veräußerung erfolgen soll: Es finden sich häufig immer wieder dieselben Rahmenbedingungen. Das zu verkaufende Unternehmen ist etabliert und profitabel, mit solider Marktstellung und sehr guten Wachstums- und Entwicklungsperspektiven. Zusätzlich verfügt es über ein erfahrenes und motiviertes Management und eingespielte Geschäftsprozesse – grundsätzlich also eine gute Ausgangsposition. Viele Unternehmer denken daher, dass die Beauftragung eines M&A-Beraters für das erfolgreiche Gelingen des Unternehmensverkaufs ausreicht. Allerdings ist die für den Käufer notwendige Informationsbasis, um den Unternehmensstatus in der Due Diligence zu verifizieren, häufig nicht ausreichend vorhanden. Das führt oftmals zu Kaufpreisabschlägen oder einer schwächeren Verhandlungsposition des Verkäufers. Aus diesem Grund empfiehlt sich für den Verkäufer ein klar strukturierter Transaktionsprozess und die Erstellung eines Financial Fact Books.

Einbettung in den Transaktionsprozess

In der ersten Phase eines Verkaufsprozesses werden relevante Informationen zum Unternehmen für potenzielle Interessenten überblicksartig und auf wesentliche Kennzahlen fokussiert aufbereitet. Üblicherweise geschieht das durch ein Information Memorandum des engagierten M&A-Beraters.

Zur Objektivierung und bei hoher Komplexität des Zahlenwerks sollte parallel zur Erstellung des Information Memorandums die Aufbereitung der Finanzinformationen in Form eines Financial Fact Books erfolgen. Darüber ist es möglich, die Darstellung der Finanzdaten und die daraus abgeleiteten Analysen vorausschauend und eigeninitiativ zu steuern. Im Unterschied zu einer verkäuferseitigen Due Diligence, der sogenannten Vendor Due Diligence, erfolgt in der Regel eine bloße Darstellung der Daten und keine kritische Würdigung und Bewertung der dargestellten Informationen. Dies bleibt Aufgabe der Kaufinteressenten.

Sehr hilfreich ist ein Financial Fact Book insbesondere auch bei einem Carve-out, wenn also lediglich Teile eines Unternehmens oder einer Gruppe verkauft werden, die bisher nicht als rechtlich selbstständige Einheiten agiert haben. Hier sind eigenständige Pro-Forma-Gewinn- und Verlustrechnungen sowie Bilanzen zu ermitteln. Gleiches gilt, wenn sich ein Unternehmen in der jüngeren Vergangenheit stark verändert hat, beispielsweise durch den Verkauf eines wesentlichen Geschäftsfeldes. In solchen Fällen sind die aktuellen Zahlen und die Plandaten wirtschaftlich meist nicht mit den Vorjahren vergleichbar. Hier sorgen ebenfalls Als-ob-Zahlen für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit.