Den Schritt ins Ausland wagen: Die Finanzierung sollte optimal angepasst werden.
Den Schritt ins Ausland wagen: Die Finanzierung sollte optimal angepasst werden.

Das Geschäft außerhalb des eigenen Landes, vor allem außerhalb Europas, wird für Unternehmen immer wichtiger. Denn der maßgebliche Treiber für weiteres Wachstum ist die internationale Nachfrage. Durch Expansion ins Ausland sichern sich Unternehmen den Marktzugang. Wichtig ist deshalb ein Überblick über die verschiedenen Finanzierungsinstrumente.

Wie aktuelle Umfragen zeigen, fühlen sich einige Mittelständler durch die konjunkturellen Eckdaten in Europa allerdings verunsichert, attraktiver scheint derzeit der Schritt nach China oder auch in die USA. Doch welche Finanzierungsform bietet sich für ein Familienunternehmen an, wenn es im Ausland die Gründung einer Tochtergesellschaft plant? Am besten ist natürlich eine möglichst hohe Eigenkapitalquote. Doch auch Fonds und Anleihen sind zunehmend gefragt. Sie machen den relativ starren und oft sehr konservativen Angeboten der Banken Konkurrenz.


Eigenkapital

Die beste aller Finanzierungsmöglichkeiten. Wenn die Gesellschafter ihre Expansion aus eigenen Mitteln finanzieren können, sichert dies ein hohes Maß an Unabhängigkeit. In vielen Ländern wird ein vergleichsweise hoher Eigenkapitalanteil gefordert. China verlangt z.B. schon im Businessplan den Nachweis, dass etwa 30% der Investitionen mit Eigenkapital unterlegt sind. Nachteil: Dieses Geld steht dem Gesellschafter nicht mehr liquide zur Verfügung, erst nach Kapitalherabsetzungen wären Rückzahlungen möglich. Alternative Gestaltungen sind länderspezifisch, z.B. über Rücklagen, möglich.

Factoring

Zu Beginn einer Expansion naturgemäß eine rein inländische Finanzierungsquelle, da das Unternehmen im Ausland noch keine Forderungen in wesentlichem Umfang generiert hat. Deshalb nur als Vorfinanzierung möglich. Beispiel: Ein Automobilhersteller fordert von seinem Zulieferer, ihm in die USA zu folgen. In diesem Fall ist es unter Umständen sinnvoll, Forderungen, die in Deutschland entstanden sind, zu verkaufen und sich Liquidität zu besorgen. Nachteil: Nicht alle Forderungen sind „factorbar“; dies ist maßgeblich vom Rating der Kunden abhängig.

Sale & Lease Back

Diese Finanzierungsform kommt in erster Linie bei Maschinen mit Standort im Inland in Frage. Das Unternehmen verkauft die Maschine an eine Finanzierungsgesellschaft und mietet diese dann zurück. Im Vergleich zu Bankdarlehen eine relativ einfache Finanzierungsform, denn der Wert von neuen Maschinen ist klar definiert. Mit vier bis sechs Jahren durchschnittlicher Laufzeit bereits eine eher langfristige Finanzierung.