Die deutsche Wirtschaft befindet sich im Jahr 2026 in einer Phase tiefgreifender struktureller Anpassungen, in der sich insbesondere für den Mittelstand neue strategische Opportunitäten eröffnen. Während viele Sektoren unter konjunkturellem Druck stehen, hat sich der Bereich Infrastruktur- und Tiefbau zur zentralen Konjunkturlokomotive entwickelt. Diese fundamentale Verschiebung der Marktgewichte hin zum Tiefbau bietet vor allem Inhabern größerer mittelständischer Betriebe eine seltene Gelegenheit, ihre Unternehmensnachfolge unter optimalen wirtschaftlichen Vorzeichen zu regeln. Das Aschaffenburger Beratungshaus Walter Fries Corporate Finance, das seit über 25 Jahren mehr als 150 Transaktionen mit einem kumulierten Volumen von über 1,5 Milliarden Euro erfolgreich begleitet hat, analysiert in seinen aktuellen „Branchen-Insights Bau“ eben jene Dynamik. Die Expertise der Berater stützt sich dabei auf eine tiefe Verwurzelung in inhabergeführten Strukturen und eine umfassende Kenntnis der spezifischen Anforderungen im Bauwesen.
Tiefbau als strategischer Hotspot
Ein Blick auf die makroökonomischen Rahmendaten verdeutlicht die Sonderstellung des Sektors, denn seit dem Jahr 2023 wird bereits mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes der Baubranche im Tiefbau erwirtschaftet. Für das laufende Jahr 2026 prognostizieren Experten des DIW ein preisbereinigtes Wachstum des Bauvolumens von 1,7%, wobei der öffentliche Tiefbau mit einem erwarteten Zuwachs von nahezu 10 % alle anderen Segmente deutlich überragt. Laut Holger Fries, Partner bei WALTER FRIES Corporate Finance, wird diese Entwicklung maßgeblich durch die politische Priorisierung des Infrastrukturausbaus sowie den massiven Bedarf an Energie- und Versorgungsnetzen getrieben. Diese politische Flankierung schafft eine langfristige Planungssicherheit, die im aktuellen Marktumfeld ungewöhnlich ist und das Segment zum strategischen Hotspot für Investoren macht. Für Unternehmer bedeutet dies, dass strategische Klarheit zunehmend an Bedeutung gewinnt, da Käufer heute gezielt nach gut aufgestellten mittelständischen Betrieben suchen, die in diesen Wachstumsfeldern positioniert sind. Die Kombination aus vollen Auftragsbüchern und einem hohen Investitionsstau in der öffentlichen Infrastruktur führt dazu, dass M&A-Prozesse heute als bewusst genutztes Instrument der unternehmerischen Gestaltung wahrgenommen werden.
17,6 % Wertsteigerung im Mittelstand

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Bewertungsmultiplikatoren, die sich laut Walter Fries Corporate Finance auf einem teils steigenden Niveau bewegen. Die Analyse belegt, dass die EBIT-Multiplikatoren für kleine und mittlere Unternehmen im Jahresvergleich zwischen dem vierten Quartal 2024 und dem vierten Quartal 2025 um beachtliche 17,6 % angestiegen sind. Im Bereich Tiefbau und Rohrleitungsbau bewegen sich diese Multiplikatoren nun konstant in einem Korridor zwischen dem 5,0- und 10,0-fachen des EBIT. Dabei zeigt sich eine interessante Verschiebung in der Marktdynamik, denn das aktuelle Umfeld belohnt nicht zwangsläufig die schiere Größe eines Unternehmens. Vielmehr ist das strategische Timing entscheidend für den Erfolg einer Transaktion oder Nachfolgelösung. Investoren richten ihren Fokus insbesondere auf spezialisierte mittelständische Betriebe in den Segmenten Verkehrswegebau sowie Rohrleitungsbau, die als attraktive Targets für strategische Käufer gelten.
Die beschleunigte Marktkonsolidierung wird durch zahlreiche Transaktionen untermauert, die Walter Fries Corporate Finance in jüngster Vergangenheit begleitet hat. Ein Beispiel für diesen Trend ist die Übernahme der Hermanns AG durch die Depenbrock Gruppe im Januar 2026, die den Bedarf an Kapazitätssicherung in den Bereichen Hoch- und Tiefbau verdeutlicht. Ebenso belegt die Übergabe der Wachenfeld Gruppe an die Bickhardt Bau SE im November 2025, dass Nachfolgelösungen im Verkehrswegebau derzeit auf ein hohes Käuferinteresse stoßen. Auch die Integration des Ingenieurbüros Becker & Partner in die Treysta Ingenieure Holding im Juni 2025 zeigt, dass Ingenieur- und Planungsleistungen im Infrastrukturbereich ein wesentlicher Bestandteil der strategischen Expansion großer Marktteilnehmer sind.
Strategische Klarheit als Erfolgsfaktor

In der täglichen Praxis wird deutlich, dass ungelöste Nachfolgefragen oft der zentrale Auslöser für solche Übernahmen durch Investoren sind. Viele Inhaber nutzen das aktuell günstige Fenster, um ihr Lebenswerk an Partner zu übergeben, die über die notwendigen Ressourcen für weiteres Wachstum und die Bewältigung des Fachkräftemangels verfügen. Holger Fries betont in diesem Zusammenhang, dass die strategische Neuordnung der Branche nicht als Bedrohung, sondern als Chance für den Mittelstand zu begreifen ist. Die Branche befindet sich insgesamt in einer Phase der Konsolidierung, die durch den Ausbau von Energie- und Versorgungsnetzen eine langfristig tragfähige Basis erhält. Größere Firmen setzen dabei konsequent auf anorganisches Wachstum, um ihre Marktanteile zu sichern und professionell gemanagte Nachfolgeregelungen als strategischen Vorteil zu nutzen. Für Unternehmer im Infrastruktur- und Tiefbau bietet dieses Umfeld die Möglichkeit, Transaktionen zu attraktiven Konditionen zu realisieren, sofern die Prozesse professionell strukturiert und auf die spezifischen Bewertungsmechanismen der Branche abgestimmt sind.
Zeitpunkt ist günstig
Das Fazit der Analyse von Walter Fries Corporate Finance ist eindeutig: Die Kombination aus steigenden Bewertungen und einer dauerhaft hohen Auftragslage macht den aktuellen Zeitpunkt für strategische Entscheidungen besonders vorteilhaft. Unternehmer, die sich frühzeitig mit dem Thema Nachfolge auseinandersetzen und die Gunst der „Konjunktur-Lokomotive“ Tiefbau nutzen, können den Übergang ihres Unternehmens nicht nur finanziell erfolgreich, sondern auch im Sinne einer nachhaltigen Fortführung gestalten.







