Stabil trotz Krise: Zahlungsmoral bricht nicht ein

© ipopba – stock.adobe.com
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Der Verband der Vereine Creditreform e. V. hat eine Untersuchung zum Zahlungsverhalten in Deutschland im ersten Quartal 2026 durchgeführt. Die deutschen Unternehmen haben im ersten Quartal 2026 im Schnitt genauso pünktlich gezahlt wie im Vorjahreszeitraum. Trotz schwacher Konjunktur, hoher Kosten und anhaltender Investitionszurückhaltung spiegeln sich Liquiditätsengpässe weiterhin nicht in einem breiten Einbruch der Zahlungsmoral wider. Der branchenübergreifende Zahlungsverzug liegt in Deutschland weiterhin bei 7,7 Tagen. Damit bleibt er exakt auf dem Niveau des ersten Quartals 2025. „Die Zahlungsmoral der Unternehmen bleibt stabil – das ist in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld zunächst ein robustes Signal“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform. Gleichzeitig sei die Stabilität laut dem Verband kein Zeichen echter Entspannung. Viele Betriebe halten ihre Liquidität zusammen, investieren zu wenig und fragen weiterhin selten nach Krediten für Investitionen. Genau diese Investitionen wären aber zwingend notwendig, um den Standort wettbewerbsfähig zu halten, so Hantzsch weiter.

Gefälle zwischen den Bundesländern

Bei den Bundesländern gibt es bei der Zahlungsmoral dennoch spürbare Unterschiede. Nach Angaben des Wirtschaftsforschungsunternehmens zahlten die Betriebe in Rheinland-Pfalz mit 6,1 Tagen sowie in Sachsen mit 6,2 Tagen branchenübergreifend am schnellsten. Auch Bayern liegt mit einem Wert von 6,7 Tagen im Spitzenfeld der Statistik. Am anderen Ende der Skala stehen Schleswig-Holstein mit 9,8 Tagen und Hamburg mit 10,0 Tagen. Das erneute Schlusslicht bildet Mecklenburg-Vorpommern mit einem Verzug von 10,9 Tagen. Auch bei den Wirtschaftssektoren gibt es laut der Creditreform-Untersuchung teils große Unterschiede. Das Baugewerbe weist mit weitem Abstand erneut den schlechtesten Wert auf. Der Zahlungsverzug ist hier im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 13,5 auf 15,0 Tage gestiegen. Deutlich später als der Durchschnitt zahlten zudem die persönlichen Dienstleister mit 10,2 Tagen sowie der Sektor Verkehr und Logistik mit 8,4 Tagen. Vergleichsweise gute Werte sind nach Angaben des Registers im Einzelhandel mit 6,1 Tagen und im Großhandel mit 5,9 Tagen zu verzeichnen. Der Spitzenreiter ist der Bereich Chemie und Kunststoffe mit 4,9 Tagen.

Grundlage der Daten

Grundlage für die Berechnung des Zahlungsverhaltens ist das Debitorenregister von Creditreform. In diesem Register werden monatlich ca. 16,3 Millionen branchenübergreifende Zahlungserfahrungen über deutsche Unternehmen ausgewertet. Der Zahlungsverzug eines gespeicherten Zahlungsbelegs wird in Tagen dargestellt. Er ermittelt sich aus der Differenz zwischen dem vereinbarten Zahlungsziel und dem tatsächlichen Zahlungseingang.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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