Private Assets bündelt Kieler Beteiligungen unter einem Dach

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Die Private Assets SE & Co. KGaA bündelt ihre beiden Kieler Industriebeteiligungen Kieler Maschinenwerke GmbH und Pro-Valve GmbH unter dem Dach der neu gegründeten Kiel Power Systems SE (KPS). Mit der neuen Struktur wolle Private Assets operative Abläufe verschlanken und die Voraussetzungen für weiteres Wachstum schaffen, hieß es in einer Pressemitteilung. Die Gesellschaft sei bereits ins Handelsregister eingetragen. Als mögliche Finanzierungswege würden Eigen- und Fremdkapital sowie eine Börsennotierung von KPS geprüft.

Nachfrage aus Rechenzentren treibt Wachstum

KPS fertigt schwere und komplexe Komponenten für Großmotoren. Zum Portfolio zählen unter anderem Zylinderkurbelgehäuse, Zylinderköpfe und Pleuelstangen mit Stückgewichten von bis zu 100 Tonnen sowie hochpräzise Ventilkomponenten. Zu den Abnehmerbranchen gehören Rechenzentren, Energieversorgung, Schifffahrt und Verteidigung. Besonders aus den Bereichen Rechenzentren und Energieversorgung verzeichnet das Unternehmen nach eigenen Angaben eine steigende Nachfrage.

Im Mai 2026 startete in Kiel die Serienfertigung von Großkomponenten für Gasmotoren eines weltweit führenden Motorenherstellers. Die Bauteile werden für 20-Zylinder-Gasmotoren eingesetzt, die unter anderem Rechenzentren in den USA mit Strom versorgen. Als Wachstumstreiber sieht KPS dabei den steigenden Energiebedarf durch KI-Anwendungen.

Der Gesamtauftragsbestand der Gruppe wird mit 260 Mio. EUR angegeben. Davon entfallen 110 Mio. EUR auf vertraglich gebundene Aufträge. Weitere rund 150 Mio. EUR bilden den sogenannten „Soft Order Backlog“, der auf Rahmenvereinbarungen und Kundenzusagen basiert, für die verbindliche Bestellungen erwartet werden.

2025 erzielten die zusammengeführten Gesellschaften einen Umsatz von 41 Mio. EUR. Für 2026 erwartet das Management mehr als 50 Mio. EUR, 2027 sollen es bereits mehr als 90 Mio. EUR sein. Gleichzeitig soll sich die Profitabilität verbessern: Nach einer für 2026 erwarteten EBITDA-Marge von mehr als 5% sieht die Planung für 2027 eine zweistellige Marge vor.

Produktionskapazität soll sich verdoppeln

Um das Wachstum zu bewältigen, plant KPS eine Verdoppelung der Produktionskapazitäten am Standort Kiel. Investiert werden soll insbesondere in zusätzliche Maschinen und die Erweiterung des Standorts. Zudem sollen Vertrieb und Produktivität ausgebaut werden. Erste Investitionen in den Maschinenpark sowie Neueinstellungen und Weiterqualifizierungen von Mitarbeitern seien bereits erfolgt.

„Die Kieler Unternehmen stehen vor einer Wachstumschance, wie sie der Industriestandort Kiel seit Jahrzehnten nicht erlebt hat“, sagt Sven Dübbers, CEO von Private Assets. Private Assets wolle KPS auch langfristig als Aktionär begleiten, während das Management die geplanten Investitionen umsetzt. KPS beschäftigt derzeit rund 210 Mitarbeiter an den Standorten Kiel und Neumünster.

Private Assets selbst im m notiert

Private Assets ist bereits börsennotiert. Die Aktien der Hamburger Beteiligungsgesellschaft (ISIN DE000A3H2234, WKN A3H223) werden im Mittelstandssegment m:access der Börse München sowie im Freiverkehr der Börse Hamburg gehandelt. Das Grundkapital beträgt 4,61 Mio. EUR und ist in 4.610.815 Aktien eingeteilt.

Die Aktie notierte am Morgen des 26. August 2026 in München bei 3,20 EUR. Damit ergibt sich rechnerisch eine Marktkapitalisierung von rund 14,75 Mio. EUR. Auf Sicht von sechs Monaten hat der Titel deutlich zugelegt: Ausgehend von 2,10 EUR entspricht der aktuelle Kurs einem Plus von gut 52%. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr von 3,50 EUR liegt die Aktie dagegen noch rund 9% im Minus. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 2,10 bis 3,50 EUR. Seit Jahresbeginn beläuft sich die Kursentwicklung nach Daten von boersengefluester.de auf rund +28%.

Private Assets konzentriert sich auf Beteiligungen in Sondersituationen, insbesondere auf Unternehmensausgliederungen, mittelständische Unternehmen mit unterdurchschnittlicher Performance sowie Gesellschaften mit ungelösten Nachfolgesituationen.

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Eva Rathgeber ist Chefredakteurin der Unternehmeredition und verfügt über langjährige Erfahrung in Journalismus, PR und Unternehmenskommunikation. Inhaltlich liegt ihr Fokus auf Mittelstand, Familienunternehmen, Finanzierung, Investitionen, Private Equity, M&A, Nachfolge, Digitalisierung und Innovation.

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