Die KfW und das ifo Institut haben die KfW-ifo-Kredithürde für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht. Die Daten zeigen eine leichte Entspannung beim Kreditzugang für kleine und mittlere Unternehmen. Laut KfW Research stufen im dritten Quartal 35,9 % der Mittelständler das Verhalten der Banken in Kreditverhandlungen als restriktiv ein. Das wirtschaftliche Umfeld ist nach Angaben von KfW Research von Gegensätzen geprägt. Auf der einen Seite stehen Kostendruck durch hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie die angespannte geopolitische Lage. Auf der anderen Seite kommt das Fiskalpaket zunehmend in der Wirtschaft an. Nach Mitteilung von KfW Research dominierten die positiven Faktoren zuletzt für die deutschen Unternehmen. Die Auswirkungen auf die Kreditnachfrage zeigen sich im dritten Quartal 2026 uneinheitlich.
Der Anteil der Großunternehmen, die mit Banken über eine Darlehensaufnahme sprechen, erhöht sich laut KfW Research auf 30,6%. Hingegen melden nach Angaben von KfW Research nur 18,8% der KMU Kreditinteresse. Das ist der niedrigste Wert seit dem Sommer 2021. Dies passt zu den Ergebnissen des KfW-Mittelstandspanels 2026, das einen anhaltenden Abwärtstrend bei der Nachfrage nach Bankkrediten zeigt. Als primären Grund geben die KMU dabei die Vermeidung von Verschuldung an. Die Unsicherheit über die künftige Wirtschaftsentwicklung dürfte diese Grundhaltung laut KfW Research verstärken und eine Belebung der Kreditnachfrage konterkarieren.
Banken schrauben strenge Maßstäbe leicht zurück
Ein neuer Höchstwert der KfW-ifo-Kredithürde für KMU ist ausgeblieben. Im dritten Quartal stufen nach Auswertung von KfW Research nur noch 35,9 % der Mittelständler das Verhalten der Banken in Kreditverhandlungen als restriktiv ein. Das sind deutliche 4,6 Prozentpunkte weniger als im Vorquartal. Auch Großunternehmen kommen nach Angaben von KfW Research wieder einfacher an Kredit. Die Aussicht auf eine günstigere Wirtschaftslage dürfte die Banken dabei laut KfW Research zu mehr Entgegenkommen bewegen. Ob es sich um eine echte Trendwende oder um eine Stabilisierung der Kreditbarrieren auf hohem Niveau handelt, wird sich laut KfW Research allerdings erst noch zeigen. Wahrscheinlicher ist jedoch letzteres. So hat sich gegenüber der Jahresmitte das Zinsniveau nochmals erhöht und ein als zu hoch eingestufter Zins ist für KMU der wichtigste Grund für das Scheitern von Kreditverhandlungen.
9000 Unternehmen befragt
Die Kredithürde wird im Rahmen der ifo Konjunkturumfragen seit 2017 nach einer Überarbeitung der Methodik vierteljährlich erhoben. Die Kredithürde gibt nach Angaben von KfW Research den Prozentanteil der Unternehmen an, die das Bankverhalten in Kreditverhandlungen als restriktiv einordnen. Um zu gewährleisten, dass die Einschätzung der Kreditvergabebereitschaft der Banken auf originären Erfahrungen der Firmen beruht, werden dazu laut KfW Research nur diejenigen Unternehmen befragt, die zuvor angeben, in den vergangenen drei Monaten Kreditverhandlungen mit Banken geführt zu haben.
Für die Indikatoren der KfW-ifo-Kredithürde erfolgt die Auswertung der Befragungsergebnisse laut KfW Research differenziert nach Größenklassen und Sektoren. Dazu werden monatlich rund 9.000 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen befragt, darunter rund 7.500 Mittelständler. Dabei zählen grundsätzlich diejenigen Unternehmen zu den Mittelständlern, die nicht mehr als 500 Beschäftigte haben und maximal 50 Mio. EUR Jahresumsatz erzielen.








