Gute Nachrichten von insolventen Werften

Gleich zwei große deutsche Werften sind aktuell von laufenden Insolvenzverfahren betroffen: Die MV Werften Gruppe und die Fosen Yard Emden.  Von beiden Verfahren gibt es nun gute Nachrichten.
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Gleich zwei große deutsche Werften sind aktuell von laufenden Insolvenzverfahren betroffen: Die MV Werften Gruppe und die Fosen Yard Emden.  Von beiden Verfahren gibt es nun gute Nachrichten. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH aus Oldenburg hat den Investorenprozess für die Fosen Yard Emden GmbH gestartet. Es würden nun Gespräche mit möglichen Investoren geführt, die Interesse an der Fortführung des Betriebes in Emden haben. Währenddessen läuft der Geschäftsbetrieb der Werft nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters weiter.  Derzeit seinen knapp 100 Direktbeschäftigte für das Schiffbauunternehmen tätig.  Zugleich wurde bekannt, dass Detlev Bremer als Interimsmanager die Geschäftsleitung der Gesellschaft übernehmen wird. Der bisherige Geschäftsführer Carsten Stellamanns werde das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen. Bremer leitete bis vor kurzem den Hamburger Standort von Dr. Wieselhuber & Partner und ist nun unabhängiger Restrukturierungsberater.

MV-Werften finden Investor

Einen Schritt weiter ist schon das Verfahren bei den MV-Werften. Nach Anagben von Insolvenzverwalter Dr. Christoph Morgen wird die thyssenkrupp Marine Systems (tkMS) den Standort der MV Werften in Wismar übernehmen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Zukünftig könnte tkMS im Laufe des Jahres 2024 U-Boote in Wismar fertigen. Bei einem Hochlauf der Produktion im Laufe des Jahres 2024 könnten rund 800 Mitarbeitende von tkMS eingestellt werden. Bei zusätzlichem Auftragseingang im Überwasserbereich könnte sich diese Zahl auf über 1.500 Mitarbeitende am Standort Wismar erhöhen.

Die insolventen MV-Werften sollen den Standort noch bis Ende 2023 nutzen können, um das Kreuzfahrtschiff „Global One“ fertigzustellen. Insolvenzverwalter Morgen erklärt dazu: „Es freut mich sehr, dass wir mit thyssenkrupp Marine Systems eine neue Eigentümerin gefunden haben, die den Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern dauerhaft erhält und gegebenenfalls sogar ausbaut. Mir ist jedoch auch bewusst, dass die Strecke bis zum Neustart für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werft lang ist.“ Das weitere Insolvenzverfahren der MV Werften Gruppe fokussiere sich nun auf den Erhalt des Standorts in Rostock-Warnemünde sowie auf die Suche nach einem Käufer für das Kreuzfahrtschiff „Global One“.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören dabei Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen sowie Tech-Startups.

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