Die deutsch-schwedische Private-Equity-Gesellschaft Triton Partners ist seit fast 30 Jahren im europäischen Mittelstand aktiv und hat für die operative Unterstützung ihrer Portfoliounternehmen eine eigene Plattform. Andi Klein leitet die Smaller-Mid-Cap-Fonds und erklärt, warum er den deutschen Mittelstand trotz angespannter Konjunktur als Investitionschance sieht.
Unternehmeredition: Herr Klein, Sie suchen Unternehmen, die in ihrem Bereich führend sind, aber unter ihrem Potenzial arbeiten. Wie erkennen Sie solche Kandidaten, bevor es andere tun?
Andi Klein: Wir beobachten Unternehmen meist über viele Jahre und verfolgen Nischenindustrien intensiv. Über fast drei Jahrzehnte haben wir ein großes Netzwerk und Expertise aufgebaut. Im Smaller-Mid-Cap-Segment sind es oft Nachfolge, mangelnde Investitionskraft oder Transformationsdruck, die Eigentümer dazu bewegen, das Gespräch mit uns zu suchen. In der Mehrheit dieser Situationen sind wir bevorzugter Partner und der einzige Investor, mit dem gesprochen wird. Wir konzentrieren uns auf Unternehmen, denen wir bei der Internationalisierung helfen können – organisch wie durch Zukäufe –, und auf Situationen, in denen wir durch eine sehr aktive Buy-and-Build-Strategie einen klaren Marktführer schaffen können. Hier starten wir oft mit recht kleinen Unternehmen.
Viele Private-Equity-Häuser versprechen operative Unterstützung. Triton hat dafür eine eigene Plattform aufgebaut. Wie sieht das konkret aus?
Seit unserer Gründung glauben wir, dass ein operativer, praxisnaher Ansatz zu besseren Ergebnissen führt. Vor rund 20 Jahren haben wir unsere Accelerator Unit gegründet, eine eigene Wertschöpfungsgruppe – heute mit rund 60 Experten in den Bereichen Full Potential, Leadership and Culture, Sustainability, Digital, Procurement, CFO Excellence und Kommunikation. Wir haben sie seit 2007 kontinuierlich weiterentwickelt und sie zählt sicher zu den größten in der Branche. Unsere Investoren und Unternehmen schätzen diesen Ansatz. In einem immer anspruchsvolleren Umfeld sind gezielte operative Verbesserungen und die Unterstützung des Managements durch den Eigentümer imperativ. Andere Fonds versuchen, Ähnliches aufzubauen, aber das ist keine kurzfristige Aufgabe – es ist eine lange Lernphase, und auch bei uns hat nicht immer alles auf Anhieb funktioniert. Man muss sich ständig hinterfragen.
Triton ist seit fast 30 Jahren im Mittelstand aktiv, ein Segment, in das heute viele drängen. Was unterscheidet Sie?
Wir investieren bereits seit unserer Gründung in Mittelstandsunternehmen. Unsere Unternehmen profitieren von unserer langjährigen Erfahrung in diesem Segment, inklusive des Aufbaus von größeren Gruppen aus eher kleineren Mittelständlern in einer Nische, sowie gezielten Nachfolgelösungen. 2017 haben wir zusätzlich unsere Smaller Mid-Cap-Strategie verabschiedet. Diese konzentriert sich auf den klassischen Mittelstand, ein Segment, das Teil unserer DNA ist.
Der deutsche Mittelstand steht unter Druck: Konjunkturschwäche, Transformationsstau, Nachfolge. Risiko oder Chance?
Definitiv eine Chance. Viele Unternehmen warten auf den angekündigten „Herbst der Reformen“ und darauf, dass Ankündigungen umgesetzt werden und sich positiv auswirken. Die Rahmenbedingungen haben sich seit dem vergangenen Jahr nicht maßgeblich verbessert. Transformationen sind für zahlreiche Unternehmen essenziell, um sich zukunftsfähig aufzustellen. Es fehlt nicht nur an Kapital, sondern auch an Innovationskraft, um die vielfältigen Chancen zu erkennen und zu nutzen. Dazu kommt Konsolidierungsdruck. Aber bei all diesen Themen können wir eine Perspektive für unsere Partner bieten.
Triton investiert im DACH-Raum und in den nordischen Ländern. Wo liegen die größten Unterschiede?
Vor allem in der Marktpräsenz von Private Equity. In Schweden ist sie deutlich höher als in Deutschland. Stockholm gilt als zweitgrößter europäischer Exporteur von Private Equity, entsprechend viele Führungskräfte haben dort direkte Erfahrung damit. Aber Deutschland ändert sich. Auch die Offenheit gegenüber Private Equity hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Es gibt jüngere Unternehmer, die früher einen Partner suchen; für Nachfolge, aber auch für die Weiterentwicklung des Unternehmens.
Ihr Ausblick für Private Equity im europäischen Mittelstand?
Wir bleiben optimistisch. Das aktuelle herausfordernde Umfeld bietet für operative Investoren wie Triton gute Investmentmöglichkeiten. Wir glauben an den deutschen Markt und werden hier lokal noch stärker investieren.
Vielen dank für das Gespräch!
Das Interview führte Carolina Heyder.
👉 Dieser Beitrag erscheint auch im Spezial „Investoren im Mittelstand 2026“.
ZUM INTERVIEWPARTNER

Andi Klein
Managing Partner
Triton Beratungsgesellschaft GmbH
mittelstandsfonds@triton-partners.com









