Industriekrise dämpft Investitionen in Schwaben

Foto: © Miha Creative_AdobeStock
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Die schwäbische Metall- und Elektro-Industrie erholt sich nur leicht und blickt mit großer Sorge auf die künftige Geschäftsentwicklung. Laut dem Arbeitgeberverband bayme vbm verbesserte sich die aktuelle Geschäftslage nach der vorherigen Schwächephase leicht. Dennoch sinken die Erwartungen der schwäbischen Firmen für die kommenden Monate spürbar. Nach Angaben der Arbeitgeberverbände trüben sich die Aussichten sowohl für die inländischen als auch für die ausländischen Märkte deutlich ein. Ein wesentlicher Teil der Betriebe befürchtet eine Verschlechterung der Geschäfte. Gernot Egretzberger, Vorsitzender des Vorstands der bayme vbm Region Augsburg, erklärt zu den Ergebnissen: „Konjunktur- und Strukturkrise dämpfen die Geschäftserwartungen im In- und Ausland.“ Das Herz der bayerischen Wirtschaft blute immer weiter aus, so der Verbandsvertreter weiter. Der Prozess müsse gestoppt werden, bevor die Deindustrialisierung nicht mehr aufzuhalten sei.

Disparität bei Produktions- und Investitionsplänen

Laut den Verbänden verharren die Produktionspläne für den heimischen Standort im negativen Bereich. Inländische Standorte bieten aus Sicht der Betriebe erhebliche Kostennachteile. Dagegen bauen schwäbische Unternehmen ihre Fertigung im Ausland weiterhin aus. Auch bei den Investitionsabsichten zeigt sich nach Angaben der Verbände eine tiefe Kluft zwischen dem Heimatmarkt und den Auslandsstandorten. Die Investitionszurückhaltung in Deutschland nimmt kontinuierlich zu. Viele Firmen stellen Mittel für Ersatzbeschaffungen oder Rationalisierungen bereit, investieren aber kaum in die Erweiterung heimischer Kapazitäten. Dagegen gewinnen Investitionen im Ausland für viele Firmen an Attraktivität.

Nach Angaben von bayme vbm befindet sich knapp die Hälfte der schwäbischen Betriebe der Branche in einem kritischen Ertragsbereich. Ein spürbarer Teil der Unternehmen befürchtet für das laufende Jahr Verluste. Als wesentliche Ursachen gelten hohe Arbeitskosten, Bürokratie sowie fehlende Planungssicherheit in der Wirtschaftspolitik. Zusätzlich belasten geopolitische Konflikte und Handelsbarrieren die exportorientierten Betriebe. Nach Angaben der Arbeitgeberverbände sorgen US-Importzölle und der Irankrieg für Unsicherheiten. Der Irankrieg wirkt dabei als Kostentreiber für Energie, Rohstoffe sowie Transport und Logistik. Zudem führen geopolitische Spannungen vereinzelt zu Lieferengpässen und gezwungenen Drosselungen der Fertigung.

Stellenabbau in der schwäbischen Industrie

Aufgrund der verhaltenen Aussichten planen die Betriebe weiteren Personalabbau im Inland. Laut bayme vbm sieht sich knapp ein Drittel der Firmen gezwungen, Stellen abzubauen. In den schwäbischen Betrieben der Metall- und Elektro-Industrie arbeiten derzeit knapp 133.000 Menschen. Die Verbände rechnen im Jahresverlauf mit dem Verlust von 3.500 Arbeitsplätzen in der Region Schwaben. Bayernweit gingen in den vergangenen zweieinhalb Jahren bereits mehr als 35.000 Stellen verloren. Um dem Trend entgegenzuwirken, fordern die Arbeitgeberverbände weitere Reformen. Gernot Egretzberger betont bezüglich der politischen Maßnahmen: „Das jüngste Reformpaket der Bundesregierung zeigt den politischen Willen zur Veränderung. Es kann und darf aber nur ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen sein.“ Tempo und Entschlossenheit müssten auch bei der Reduzierung der Arbeitskosten und der Flexibilisierung der Arbeitszeit beibehalten werden, fordert der Verbandschef. Zudem stehen laut den Verbänden die Tarifpartner in der Pflicht, über die Arbeitskosten die Zukunftsfähigkeit der Standorte zu sichern.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

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