Die österreichische Hochländer-Gruppe übernimmt den Wildfleisch-Spezialisten Josef Maier GmbH & Co. KG und sichert damit den Fortbestand des Traditionsbetriebs am Standort Bad Wörishofen. Im Rahmen des am Amtsgericht Memmingen eröffneten Insolvenzverfahrens präsentierten die Insolvenzverwalter Alexander Hubl und Matthias Räupke von SGP Schneider Geiwitz & Partner eine umfassende Fortführungslösung. Laut der Pressemitteilung umfasst der Verkauf die Immobilie sowie das große Tiefkühllager in Bad Wörishofen. Dies ermögliche dem Unternehmen einen Neustart unter stabilen wirtschaftlichen Vorzeichen.
Rettung einer traditionsreichen Marke
Nach Angaben der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz ist es in intensiven Verhandlungen gelungen, die renommierte Marke Maier als Qualitätsversprechen zu erhalten. „Es ist uns nach intensiven Verhandlungen gelungen, eine Lösung zu finden, die den Fortbestand des Unternehmens am Standort Bad Wörishofen sichert und die wertvolle Marke Josef Maier als Qualitätsversprechen im Markt erhält“, erklärt Insolvenzverwalter Alexander Hubl. Die Josef Maier GmbH & Co. KG blickt auf eine über 50-jährige Geschichte zurück. Der Metzgermeister Josef Maier gründete den Betrieb im Jahr 1973. Was als kleiner Betrieb begann, entwickelte sich laut dem Unternehmen über Jahrzehnte zu einem technologisch führenden Fachbetrieb.
Moderne Infrastruktur im Allgäu
Der Standort in der Leonhard-Oberhäußer-Straße bildet seit der Gründung das Herz des Unternehmens. Nach Angaben von SGP Schneider Geiwitz umfasst das Areal ein hochmodernes Tiefkühllager mit über 7.500 Stellplätzen. Zudem ist dort die gesamte Logistikinfrastruktur des Wildfleisch-Spezialisten angesiedelt. Zu den Kunden des Hauses zählen namhafte Supermarktketten wie Rewe und Edeka. Ebenso belieferte das Unternehmen laut Pressebericht regelmäßig die gehobene Gastronomie mit seinen Produkten. Die logistischen Kapazitäten bleiben durch den Verkauf an den strategischen Investor aus Österreich vollumfänglich erhalten.
Neues europäisches Schwergewicht
Mit der Übernahme durch die Hochländer-Gruppe findet laut dem Insolvenzverwalter eine bedeutende Marktkonsolidierung statt. Die Mehrheitseigentümerfamilie der Käuferseite beschäftigt sich bereits seit 1950 gewerblich mit Wild. Durch den Zusammenschluss mit dem Branchenprimus entsteht nach Ansicht der Beteiligten eine neue Größe im europäischen Wildhandelssektor. Die Allianz bündelt Kompetenzen in der Beschaffung, Veredelung und im Vertrieb von Spezialitäten. Das Sortiment umfasst insbesondere Fleisch von Reh, Hirsch und Wildschwein. Die Hochländer-Gruppe war zuvor vor allem im zweiten Glied des europäischen Wildhandels aktiv.
Die übertragende Sanierung umfasst laut Matthias Räupke auch eine Lösung für die osteuropäischen Tochtergesellschaften der Gruppe. Dies sichert nach Angaben des Insolvenzverwalters die weitere Belieferung mit Frischfleisch. „Durch diese übertragende Sanierung, die auch eine Lösung für die osteuropäischen Tochtergesellschaften der Maier-Gruppe umfasst und damit die weitere Frischfleischbelieferung ermöglicht, entsteht ein Akteur, der die Herausforderungen des europäischen Wildfleischmarktes aus einer Position der Stärke heraus gestalten kann und Synergien schafft, die den Standort Bad Wörishofen langfristig wettbewerbsfähig machen“, betont Matthias Räupke. Damit könne der neue Akteur den Markt aus einer gestärkten Position heraus gestalten.
Überwindung der wirtschaftlichen Krise
Die wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens trat laut dem Bericht Ende 2025 ein. Als Ursachen gelten Liquiditätsengpässe sowie eine allgemeine Konsumzurückhaltung der Verbraucher. Infolgedessen war die Stilllegung des Zerlegebetriebes am Standort Landsberg am Lech unvermeidbar. Der Betrieb am Logistikstandort Bad Wörishofen konnte jedoch ohne Unterbrechung fortgeführt werden. Nach Angaben der Sanierungsexperten liegt der Fokus nun auf der Integration der bewährten Strukturen in die neue Eigentümerstruktur. Ziel sei es, die Marktbedeutung des Spezialisten weiter auszubauen.
Die Marke Josef Maier soll laut den neuen Eigentümern als Premium-Marke weitergeführt werden. Mit dem Abschluss des Investorenprozesses bleibt der traditionsreiche Fachbetrieb dauerhaft in der Region verankert. Das Team der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz begleitete diesen Prozess über mehrere Monate. Die Kanzlei beschäftigt rund 400 Mitarbeiter an 25 Standorten. Sie deckt Bereiche wie Restrukturierung, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung ab. Die nachhaltige Fortführungslösung sichert laut der Mitteilung die Arbeitsplätze am Standort Bad Wörishofen. Damit ist die Zukunft des vormaligen Marktführers im Bereich Wildfleisch gesichert.







