Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen verzeichnet im März einen deutlichen Rückgang. Nach Angaben von KfW Research und dem ifo Institut sank der Wert um 3,6 Zähler auf -18,2 Saldenpunkte. Laut der Analyse sind die Geschäftserwartungen der primäre Treiber dieser Entwicklung. Diese sackten angesichts des militärischen Konflikts im Nahen Osten massiv ab. Die Beurteilung der aktuellen Lage im Mittelstand verbesserte sich hingegen abermals leicht. Laut der Studie notiert das Klima nun nur noch geringfügig höher als zu Beginn des vergangenen Jahres.
Trübe Aussichten für die Industrie
Der Blick in die Wirtschaftsbereiche zeigt laut KfW eine breit angelegte Verschlechterung der Stimmung. Am stärksten trübte sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe ein. Laut den Experten treffen der Iran-Krieg und steigende Energiepreise diesen Bereich besonders hart. Zudem fielen im Mittelstand die Klimawerte für den Großhandel und den Einzelhandel spürbar. Auch bei den Dienstleistern zeigt sich nach Angaben des Instituts eine negative Tendenz. Die Verunsicherung der Unternehmen sei in fast allen Branchen groß.
Allein das Bauhauptgewerbe zeigt sich laut dem Barometer mit einem nur leichten Rücksetzer robust. Dies liegt nach Angaben der Analysten an einer sprunghaften Verbesserung der dortigen Lagebeurteilung. Hierin spiegele sich vor allem ein zunehmend fühlbarer Fiskalimpuls wider. Allerdings verschlechterten sich auch hier die Geschäftsaussichten für die kommenden Monate. Im Gegensatz zu den kleineren Firmen brach die Stimmung bei den Großunternehmen im Bau bereits im laufenden Monat ein. Das Geschäftsklima sank dort laut der Erhebung deutlich stärker.
Druck durch steigende Preise
Passend zu den gestiegenen Ölpreisen ziehen auch die Preiserwartungen der Unternehmen stark an. Nach Angaben des ifo Instituts betrifft dies sowohl den Mittelstand als auch Großunternehmen. Das Ausmaß des Anstiegs erinnere laut den Experten an die Zeit der Corona-Pandemie. Die Nervosität in den Betrieben sei ob der jungen Erfahrungen aus vergangenen Krisen offensichtlich hoch. Es könnte laut der Analyse zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung kommen. Die Europäische Zentralbank wird laut Sebastian Wanke genau auf diese Entwicklungen schauen. Möglicherweise werden die Leitzinsen eher früher als später erhöht.
Ausgebremste Erholung der Wirtschaft
Bis Ende Februar deutete laut der KfW vieles auf einen Aufschwung hin. Starke Auftragseingänge und ein solides Wachstum des Bruttoinlandsprodukts stützten diese Hoffnung. Der Ausbruch des Iran-Krieges hat nun fast alle positiven Faktoren in Frage gestellt. Seine Dauer ist laut den Experten derzeit nicht vorhersehbar. Vorerst steckt der deutsche Aufschwung in der Straße von Hormus fest. Dies gilt nach Angaben der Autoren auch für den gesamten Mittelstand. Die strategische Unsicherheit belastet die Investitionsbereitschaft der Unternehmen zusätzlich.









