Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Jahr 2025 auf einen neuen besorgniserregenden Höchststand gestiegen. Nach Angaben der aktuellen Untersuchung der Wirtschaftsforschung von Creditreform erreichte das Geschehen den höchsten Wert seit über zehn Jahren. Insgesamt mussten 23.900 Betriebe den notwendigen Gang zum zuständigen Insolvenzgericht antreten. Dies entspricht laut der Untersuchung einem Anstieg von 8,3% im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr. Zuvor waren die Fallzahlen bereits um jeweils fast 23% nach oben geklettert.
Strukturelle Belastungen für den Mittelstand
Zahlreiche Firmen weisen derzeit einen sehr hohen Verschuldungsgrad in ihren Bilanzen auf. Laut der Studie haben viele Betriebe Schwierigkeiten bei der Bedienung bestehender Kredite. Auch der Erhalt neuer Finanzierungen gestaltet sich unter den aktuellen Bedingungen als äußerst schwierig. Die deutsche Wirtschaft leidet nach Einschätzung der Experten zudem unter massiven strukturellen Problemen. Besonders die hohen Energiekosten belasten vor allem die energieintensiven Branchen im Land. Geopolitische Risiken und Handelskonflikte verstärken die Unsicherheit für die Unternehmen zusätzlich. Diese Faktoren erschweren eine schnelle konjunkturelle Erholung des Marktes erheblich.
Hoher Druck auf Kleinstunternehmen
Besonders Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten machen den größten Anteil der Verfahren aus. In diesem Segment meldeten 2025 rund 19.500 Firmen eine Insolvenz an. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 17.900 Fällen laut dem Bericht. Damit entfallen über vier Fünftel aller Pleiten auf kleine Betriebe. Bei großen Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten verlief die Entwicklung dagegen moderat. In diesem Bereich verzeichnete die Statistik für das Jahr 2025 etwa 140 Großinsolvenzen.
Branchen im Fokus der Krise
Deutliche Zuwächse zeigten sich vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und im Handel. In diesen Sektoren nahmen die Fälle um jeweils über 10% zu. Im Baugewerbe legten die Insolvenzen dagegen lediglich um 4,7% zu. Auch die Verbraucher geraten nach Angaben der Forscher zunehmend in finanziellen Stress. Die Zahl der Privatinsolvenzen stieg 2025 um 6,5% auf 76.300 Fälle. Dies ist der höchste Stand seit 2016. Die Insolvenzwelle verursacht bei den betroffenen Gläubigern erhebliche finanzielle Schäden. Die Schadenssumme lag im Jahr 2025 bei rund 57.000 Mio. EUR. Im Vorjahr betrug dieser Wert laut der Erhebung noch 59.100 Mio. EUR. Die ausfallbedrohten Summen belaufen sich pro Fall auf durchschnittlich mehr als 2 Mio. EUR. Von den Unternehmensinsolvenzen waren schätzungsweise 285.000 Arbeitnehmer unmittelbar betroffen.
Herausforderungen für junge Unternehmen
Vom Anstieg der Fallzahlen sind Unternehmen aller Altersklassen massiv betroffen. Besonders stark stiegen die Werte jedoch bei sehr jungen Firmen. Bei Unternehmen mit maximal zwei Jahren Marktpräsenz gab es ein Plus von 13%. Diese Entwicklung gilt als besorgniserregendes Signal für den gesamten Wirtschaftsstandort. Die Transformation der Wirtschaft benötigt Innovationen. Diese Start-ups schaffen neue Arbeitsplätze und sorgen für Dynamik am Markt. Deutschland benötigt dringend frische Ideen und mutige Start-ups. Aus dem angekündigten Reformherbst müssen nun jetzt endlich spürbare Veränderungen werden.







