Die Künkel Wagner Germany GmbH sucht einen Investor für eine wirtschaftliche Neuaufstellung. Der Systemanbieter für Gießereitechnik aus Alfeld befindet sich in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Der vorläufige Insolvenzverwalter Tobias Hartwig von der Kanzlei Schultze & Braun hat einen strukturierten Investorenprozess gestartet. Die Suche nach einem Übernehmer soll die langfristige Fortführung des Unternehmens sichern. Die Insolvenz des Maschinenbauers ist laut Pressemitteilung auf das Zusammenspiel mehrerer Faktoren zurückzuführen. Insbesondere die gestiegenen Energie- und Betriebskosten belasten das Unternehmen erheblich. Auch die anhaltende Schwäche der Automobilindustrie in Deutschland wirkte sich negativ aus. Diese Entwicklungen führten nach Angaben der Insolvenzverwaltung zu einer erheblichen Liquiditätslücke. Diese Lücke konnte nicht mehr aus eigener Kraft geschlossen werden. In der Folge musste das Unternehmen einen offiziellen Insolvenzantrag stellen.
Geschäftsbetrieb läuft in vollem Umfang weiter
Trotz der Insolvenz wird der Geschäftsbetrieb von Künkel Wagner unverändert fortgesetzt. Bestehende Aufträge werden weiterhin planmäßig und in vollem Umfang ausgeführt. Auch die Annahme neuer Aufträge aus dem In- und Ausland ist uneingeschränkt möglich. Das Unternehmen entwickelt und fertigt weiterhin komplette Gießereianlagen sowie modulare Systemkomponenten. Die rund 110 Mitarbeitenden wurden bereits über die aktuelle Situation umfassend informiert.
Sicherung der Gehälter bis Ende November
Die Löhne und Gehälter der Belegschaft sind durch das Insolvenzgeld sichergestellt. Diese wichtige Sicherung der Zahlungen gilt bis Ende November des Jahres 2026. Das erklärte Ziel ist es, das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt zu stabilisieren. Danach sollen die Personalkosten wieder aus dem laufenden Geschäftsbetrieb finanziert werden. Die Belegschaft verfügt über umfangreiches Wissen in den Bereichen Formanlagen und Sandaufbereitung.
Strukturierter Investorenprozess für die Übernahme
Für die Suche nach einem passenden Partner wurde das Beratungsunternehmen KPMG mandatiert. Der zuständige Partner Michael A. Königer verantwortet die Durchführung des Prozesses. Interessierte Investoren und branchennah aufgestellte Unternehmen können sich direkt an ihn wenden. „Es ist wichtig, dass wir bis Dezember einen passenden Partner mit der nötigen Branchenexpertise für Künkel Wagner finden“, sagt Tobias Hartwig. „Eine auf Dauer angelegte Fortführungsmöglichkeit kann absehbar nur unter Einbindung eines Investors realisiert werden“, ergänzt er.
Erfahrung und internationale Ausrichtung am Markt
Das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 32 Mio. EUR existiert seit über 110 Jahren. Die technische Kompetenz liegt in der prozessübergreifenden Integration sehr spezifischer Gießereitechnik. Zu den bisherigen Kunden zählen die Volvo Powertrain Corporation, die Daimler AG und die Caterpillar Inc. Die wesentlichen Abnehmer der Anlagen sind Gießereien und Zulieferer der Automobilindustrie. Diese Kunden befinden sich in Europa, Nordamerika, Südamerika sowie in Asien. Künkel Wagner bringe laut Insolvenzverwaltung einiges mit, was für Investoren interessant sei. Das Unternehmen sei in der Branche fest etabliert. Zudem sei der Betrieb als renommierter Hersteller langlebiger Anlagen bekannt. „Außerdem ist Künkel Wagner Germany international erfahren“, erklärt Hartwig.
Fokus auf Systemlösungen
Der Systemhersteller steht seit langem für robuste Produkte und energieeffiziente Automatisierungslösungen. In der modernen Fertigung der Anlagen spiegeln sich Technik, Präzision und Qualität wider. Die produzierten Maschinen des Unternehmens gelten in der Industrie als äußerst funktional und zuverlässig. Jeder potenzielle Investor kann ein sehr erfahrenes und optimal eingespieltes Team übernehmen. Dies unterstreicht die Attraktivität des Standorts für Beteiligungsgesellschaften und strategische Partner.








