Auslandsgeschäft rettet Halbjahresbilanz der Maschinenbauer

ach Angaben des Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) verzeichneten die Unternehmen im Maschinenbau im ersten Halbjahr ein leichtes Plus bei den Bestellungen. Laut dem Branchenverband lagen die Aufträge in den ersten sechs Monaten um knapp ein Zwanzigstel über dem Niveau des Vorjahres. Dieser Zuwachs beruhe maßgeblich auf Sondereffekten durch das Großanlagengeschäft im Juni. In diesem Juni machten die Bestellungen nach Angaben des Verbands um gut ein Fünftel über dem Vorjahreswert aus. Während Kunden aus Nicht-Euro-Ländern im Juni mehr als die Hälfte zusätzlich geordert hatten, verfielen die Aufträge aus den Partnerländern der Eurozone um rund ein Sechstel. Laut der Branchenvertretung sei der Vergleichswert aus dem Juni des vergangenen Jahres allerdings überdurchschnittlich hoch gewesen.

Anhaltende Flaute auf dem Heimatmarkt

Das Inlandsgeschäft verharrt nach Angaben des Verbands weiterhin auf einem sehr verhaltenen Niveau. Im Juni verbuchten die deutschen Hersteller bei den heimischen Kunden lediglich ein minimales Plus von 1 %. Für das gesamte zweite Quartal stehe für den Binnenmarkt nach Berechnungen des Verbands ein Minus von 3 % in den Büchern. Über die ersten sechs Monate hinweg belief sich der Rückgang der Inlandsbestellungen auf 2 %. Anke Uhlig, Konjunkturexpertin des Verbands, erläutert die Situation wie folgt: „Der Zuwachs im Juni wird getrieben durch Großanlagengeschäft aus den Nicht-Euro-Ländern. Die Euro-Partnerländer zeigen deutliche Rückgänge im Auftragseingang, auch weil der Bestelleingang im Juni 2025 überdurchschnittlich gut war. Das Inlandsgeschäft ist weiter verhalten. Die Verunsicherung und Investitionszurückhaltung durch globale Krisen bleibt hoch, am Standort Deutschland und Europa kommt grundlegender Reformbedarf für bessere Rahmenbedingungen der Unternehmen hinzu.“

Gefälle zwischen Währungsräumen

Das internationale Geschäft entwickelte sich laut der Untersuchung äußerst unterschiedlich. Nach Angaben des Verbands legten die Auslandsbestellungen im zweiten Quartal um mehr als ein Zehntel zu. Dabei zeigten sich die Nicht-Euro-Länder mit einem Zuwachs von rund einem Viertel als wesentliche Stütze. Hingegen sanken die Orders aus dem Euro-Raum von April bis Juni um knapp ein Sechstel. Für das gesamte erste Halbjahr ergab sich laut dem Verband bei den Auslandsaufträgen ein Zuwachs von knapp ein Zehntel. Die Bestellungen aus Ländern außerhalb der Eurozone stiegen dabei um knapp ein Sechstel. Die Nachfrage aus den Euro-Ländern verringerte sich im selben Zeitraum um 8 %.

Reformdruck auf Deutschland und Europa

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen nach Einschätzung der Branchenbeobachter die strukturelle Schwäche des europäischen Binnenmarkts. Während das Geschäft außerhalb Europas das Gesamtergebnis rettet, schwächelt die Nachfrage in der Region nachhaltig. Die Investitionszurückhaltung belastet die Hersteller spürbar. Neben Krisen bremsen hohe Kosten die Betriebe. Ohne Reformen droht ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Die Hoffnungen der Branche ruhen vor allem auf einer Stabilisierung weltweiter Märkte.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

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