Das Neubauprojekt F40 in der Stuttgarter Frauenkopfstraße konnte trotz des laufenden Insolvenzverfahrens der Fiwoim GmbH & Co. KG erfolgreich beendet werden. Nach Angaben des Insolvenzverwalters Tobias Wahl von der Kanzlei Anchor Rechtsanwälte wurde das Mehrfamilienhaus nach dem Abschluss aller Arbeiten an die Wohnungseigentümer-Gemeinschaft übergeben. „Unser vorrangiges Ziel war es, trotz des enormen Zeitdrucks und der insolvenzrechtlichen Hürden durch Verhandlungen mit allen Beteiligten sicherzustellen, dass das Projekt erfolgreich beendet wird. Ein Stillstand oder ein Abbruch der Arbeiten hätte zu deutlich höheren Verlusten für die Gläubiger geführt“, erklärt Insolvenzverwalter Tobias Wahl.
Engmaschige Bauleitung sichern den Budgetrahmen

Der im Jahr 2017 gegründete Bauträger aus Weilheim an der Teck musste im Mai 2024 Insolvenz anmelden. Als Ursachen für die Schieflage nennt der Bericht massiv gestiegene Baukosten sowie eine branchenweite Liquiditätskrise. Zum Zeitpunkt der Antragstellung war das Bauvorhaben F40 mit fünf Wohneinheiten erst zur Hälfte fertiggestellt. Ein Großteil der Einheiten war bereits vor der Pleite veräußert worden. Ein zentraler Baustein für den Weiterbau war laut den Beteiligten die Bereitstellung eines Massedarlehens durch die bereits ursprünglich finanzierende Bank. Diese Liquidität stellte sicher, dass die Arbeiten ohne Unterbrechung fortgeführt werden konnten. Für die technische Projekt- und Bauleitung zeichnete die CPM GmbH verantwortlich. Durch ein engmaschiges Kostencontrolling hielt das Team den geplanten Budgetrahmen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ein. Vincenz von Braun, Partner bei Anchor und federführender Betreuer des Projekts, betont: „Die erfolgreiche Fertigstellung des Objekts F40 unter Einhaltung des Budgets beweist erneut, dass eine professionelle Insolvenzverwaltung in der Lage ist, komplexe Immobilienprojekte auch in Krisenzeiten stabil zu Ende zu führen. Das ist in diesem Verfahren bereits der zweite erfolgreiche Abschluss eines Bauprojektes.“
Fortführungsstrategie schützt Gläubiger
Die Übergabe der Immobilie in Stuttgart reiht sich in die bisherigen Ergebnisse des Insolvenzverfahrens ein. Bereits im November 2025 konnte laut dem Bericht das Wohnquartier Polygon in Heilbronn, das größte Bauvorhaben der Gesellschaft mit 89 Einheiten, vollständig an die Erwerber übergeben werden. „Wie schon beim Projekt Polygon in Heilbronn hat sich auch in Stuttgart gezeigt, dass eine konsequente Fortführungsstrategie der beste Weg ist, um Werte für die Masse zu sichern und das Vertrauen der Käufer zu rechtfertigen“, zieht Vincenz von Braun sein Fazit. Rechtlich und betriebswirtschaftlich wurde der Prozess von der Kanzlei CMS unterstützt. Die steuerrechtliche Beratung übernahm die Gesellschaft RSM Ebner Stolz.







