„Wir sind der Transformationspartner für komplexe Situationen“

Transformationspartner Hannover Finanz begleitet Mittelstand, Restrukturierung und Buy-and-Build mit Kapital und Umsetzungskompetenz.
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Die Hannover Finanz Gruppe ist seit über 45 Jahren als Eigenkapitalpartner im deutschsprachigen Mittelstand aktiv. 1979 gegründet, gehört sie zu den erfahrensten Beteiligungsgesellschaften in Deutschland und Österreich. Wir sprachen mit Goetz Hertz-Eichenrode, Sprecher der Geschäftsführung der Hannover Finanz GmbH, darüber, wie sich langfristiges Investieren mit hoher Umsetzungsgeschwindigkeit verbinden lässt, welche Rolle Sondersituationen künftig spielen und warum operative Begleitung heute über Kapital allein hinausgehen muss.

Unternehmeredition: Herr Hertz-Eichenrode, Hannover Finanz vereint den traditionellen Evergreen-Ansatz mit neuen, fokussierten Formaten wie HF Opportunities (HFO). Wie passt diese Langfristigkeit mit der geforderten schnellen Schlagkraft zusammen?

Goetz Hertz-Eichenrode: Unser Evergreen-Ansatz ist und bleibt das Fundament: langfristiges Kapital und unternehmerisches Denken ohne festes Laufzeitende. Gleichzeitig erfordern bestimmte Marktphasen – insbesondere im aktuellen Umfeld – spezialisierte, schnell einsetzbare Formate. Mit HF Opportunities schaffen wir genau diese zusätzliche Schlagkraft für Sondersituationen, mit schlanken Entscheidungsprozessen und hoher Umsetzungsgeschwindigkeit. Der entscheidende Punkt ist, dass beide Welten aus einer Hand kommen – mit denselben Teams und derselben Kultur.

Ihr Fokus auf Sondersituationen und Restrukturierungen wird durch den HFO-Fonds immer deutlicher. Wird Hannover Finanz nun zum strategischen Sanierer des Mittelstands?

Ich würde es weniger als „Sanierer“ bezeichnen, sondern als unternehmerischen Partner in anspruchsvollen Situationen. Der Mittelstand steht vor enormen Herausforderungen – konjunkturell, strukturell und geopolitisch. Unser Ansatz ist es, dort einzusteigen, wo klassische Lösungen oft nicht mehr greifen: bei komplexen Ausgangslagen, in Transformationsphasen oder bei Nachfolgen mit zusätzlichem Anpassungsbedarf. Was uns dabei unterscheidet, ist die Kombination aus Kapital, Transaktionserfahrung und operativer Umsetzungskompetenz. Wir begleiten Unternehmen nicht nur durch eine Krise, sondern entwickeln sie konsequent weiter – als Transformationsinvestor.

Wie grenzt sich Ihr operativer Hands-on-Ansatz der HF Performance Partners im Alltag von klassischen Beratungen ab?

Der wesentliche Unterschied liegt in der Verantwortung. Klassische Beratungen liefern Konzepte – wir stehen gemeinsam mit dem Management für die Umsetzung und das Ergebnis ein. Unsere HF Performance Partners arbeiten nicht projektbasiert, sondern integrativ: Sie sind eng an den Unternehmen dran und begleiten die Transformation über einen langen Zeitraum. Dabei geht es weniger um Folien als um konkrete Umsetzung im Vertrieb, Einkauf oder in der Produktion. Zudem ist unser Ansatz immer mit eigenem Kapital hinterlegt. Das schafft eine andere Verbindlichkeit.

Family Offices gewinnen bei Ihnen als Kapitalquelle an Bedeutung. Warum passt deren unternehmerische Denkweise aktuell besser zu Sondersituationen als die rein institutioneller Investoren?

Sondersituationen erfordern vor allem Flexibilität – in der Strukturierung, im Zeithorizont und in der Risikobewertung. Genau hier sehen wir eine hervorragende Passung mit Family Offices. Viele von ihnen denken selbst unternehmerisch und haben ein hohes Verständnis für langwierige Transformationsprozesse. Sie sind weniger durch starre Allokationsvorgaben oder kurzfristige Reportingzyklen getrieben. Das ermöglicht es uns gemeinsam, auch komplexe Situationen durchzuhalten. Für den Mittelstand ist das ein großer Vorteil, weil tragfähige Lösungen oft Zeit und Augenmaß erfordern.

In welchen Sektoren sehen Sie aktuell das größte Potenzial für Buy-and-Build-Strategien und eine erfolgreiche Marktkonsolidierung?

Attraktive Potenziale sehen wir dort, wo Märkte fragmentiert sind und gleichzeitig Transformationsdruck besteht. Das betrifft spezialisierte industrielle Nischen, technische Dienstleistungen, Teile des Infrastruktursektors sowie Business Services. Entscheidend ist weniger der Sektor allein, sondern die Kombination aus klarer Strategie und konsequenter operativer Umsetzung. Genau dort schaffen wir als Investor echten Mehrwert.

👉 Dieser Beitrag erscheint auch im Spezial „Investoren im Mittelstand 2026“.


ZUM INTERVIEWPARTNER

Foto: © Hannover Finanz GmbH

Goetz Hertz-Eichenrode

Sprecher der Geschäftsführung

Hannover Finanz GmbH

mail@hannoverfinanz.de

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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