Der europäische Markt für fremdkapitalfinanzierte Übernahmen durch Private-Equity-Gesellschaften verzeichnete im ersten Quartal 2026 insgesamt 108 abgeschlossene Transaktionen. Nach Angaben von Houlihan Lokey entspricht dies einem Rückgang von 35 % im Vergleich zu den 166 Transaktionen im vierten Quartal 2025. Der Marktstart falle saisonal bedingt moderat aus, liege aber lediglich 9 % unter dem Niveau des Vorjahresquartals.
Das Vereinigte Königreich, Deutschland und Frankreich blieben die aktivsten Regionen für Unitranche-Finanzierungen. Während im Vereinigten Königreich und in Frankreich nach einem starken Jahresendquartal ein Rückgang der Transaktionszahlen um 56 % bzw. 52 % zu verzeichnen war, blieb der deutsche Markt laut Houlihan Lokey im Quartalsvergleich stabil. Als einzige Region konnte Benelux ein Wachstum um 17 % im Vergleich zum Vorquartal erzielen. Der Marktanteil von Debt Funds gegenüber klassischen Banken variierte dabei regional stark. Während Debt Funds in Deutschland und Italien ihren Anteil auf jeweils 71 % ausbauten, sank dieser im Vereinigten Königreich auf 51 % und in Frankreich auf 33 %.
Fokus auf Add-on-Strategien
Debt Funds konzentrierten sich im ersten Quartal 2026 verstärkt auf Add-on-Akquisitionen, die mit 37 Abschlüssen 34 % des Gesamtvolumens ausmachten. Laut Houlihan Lokey führen Sponsoren damit ihre Strategien zur Wertschöpfung durch Zukäufe und Unternehmensausbau konsequent fort. Weitere 37 Transaktionen entfielen auf neue Finanzierungen, während 34 Transaktionen Refinanzierungen oder Dividendenauszahlungen darstellten. Die Renditen am privaten Kreditmarkt stiegen im ersten Quartal 2026 leicht an. Laut dem European Private Performing Credit Index (PPCI) von Houlihan Lokey betrug die implizite Rendite 9,66 % nach 9,45 % im Vorquartal. Dies markiert eine Trendwende nach mehreren Quartalen sinkender Renditen. Diese Entwicklung spiegele die Herausforderungen durch geopolitische Spannungen und ein inflationäres Umfeld wider. Zudem hätten Sorgen vor negativen Folgen durch künstliche Intelligenz in Sektoren wie Software und Dienstleistungen die privaten Kreditbewertungen zeitweise belastet.
Starke Liquidität bei hoher Disziplin
Trotz des saisonalen Volumensrückgangs bleibe der europäische Unitranche-Markt fundamental stark. Laut Thorsten Weber, Managing Director bei Houlihan Lokey, seien die Marktbedingungen dank neuer Transaktionen und anstehender Refinanzierungen weiterhin unterstützend. Die Liquidität sei bei den Geldgebern reichlich vorhanden. Patrick Schoennagel, Managing Director bei Houlihan Lokey, betont: „Europäische Kapitalmärkte bleiben hochkompetitiv, aber fundamental diszipliniert.“ Der Wettbewerb um hochwertige, verteidigbare Vermögenswerte bleibe stark. Für eine nachhaltige Marktdynamik seien jedoch steigende M&A-Volumina im weiteren Jahresverlauf entscheidend. Die Kreditgeber zeigten sich weiterhin bereit, zur Sicherung von Transaktionsabschlüssen bei Konditionen flexibel zu agieren, wobei die Unterzeichnungsstandards hoch blieben. Marktbeobachter erwarten, dass die Aktivität im weiteren Jahresverlauf positiv verläuft. Der Sektor der privaten Kredite profitiere insgesamt von der Tiefe des verfügbaren Kapitals in Europa. Die Marktteilnehmer würden weiterhin opportunistisch agieren, sobald sich die M&A-Pipeline weiter füllt.









