Risiko oder Rendite: Für das Privatvermögen ist die Balance entscheidend (© fotolia/fotogestoeber)
Risiko oder Rendite: Für das Privatvermögen ist die Balance entscheidend.

Viele Firmenlenker erzielen hohe Renditen und wollen diese auch mit ihrem Privatvermögen erzielen – teils mit hohem Risiko. Wie eine Reduzierung des Gesamtvermögensrisikos möglich ist und dennoch attraktive Renditen erzielt werden können.

Betrachtet man die Vermögensbilanz eines aktiven Unternehmers, liegt der Wert der eigenen Firma häufig bei über 70 Prozent des Gesamtvermögens. Die Bündelung des Vermögens im eigenen Unternehmen erscheint auf den ersten Blick auch absolut sinnvoll. Die Eigenkapital-Renditen, die mit einem rentablen Unternehmen erzielt werden können, sind mit Investments am klassischen Kapitalmarkt nur selten zu erreichen. Zu beobachten ist jedoch, dass keine klare Trennung zwischen unternehmerischen und privaten Vermögensbestandteilen besteht. Häufig sind private Vermögensbestandteile wie Gesellschafterdarlehen im eigenen Unternehmen eingebunden. So etwa bei der Übernahme der persönlichen Haftung für Firmenkredite oder der Hinterlegung privater Vermögensbestandteile als Kreditsicherheit.


Risiken, die auf das Vermögen wirken

Die größten Risiken sind im Unternehmen selbst gebunden, beispielsweise Ertragsrisiken, mangelnde Fungibilität oder eine ungeplante Unternehmensnachfolge, welche hohe erbschaftsteuerliche Belastungen nach sich ziehen kann. Am schwersten, weil nicht in der Einflusssphäre des Unternehmers selbst, wiegen systemische Risiken wie etwa Finanz- oder Wirtschaftskrisen. Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Renditen eines erfolgreichen mittelständischen Unternehmens sind diese Risiken vermeintlich tragbar. Häufig zu beobachten ist jedoch, dass Unternehmer Renditeziele aus ihrem beruflichen Umfeld auch auf ihre privaten Vermögensanlagen übertragen. Als Folge lassen sich hohe Investitionen in Aktien oder andere eher risikobehaftete Anlagen und somit eine unzureichende Diversifikation beobachten. Sowohl das Privatvermögen also auch das Unternehmensvermögen sind gleichermaßen gewissen Kapitalmarktbesonderheiten ausgesetzt, die in der Regel korrelieren. Die gesamte – eventuell recht einseitige – Vermögensstruktur birgt daher nicht zu unterschätzende Gefahren.

Abtrennung des Privatvermögens

Der erste Schritt zum Aufbau einer geeigneten und zukunftsfähigen Vermögensstruktur ist die klare Trennung von Betriebs- und Privatvermögen. Der Vermögensinhaber definiert, wie viel Privatvermögen aufgebaut werden und welchem Zweck es dienen soll. Basierend auf den persönlichen Vorstellungen und Zielen kann so eine klare Vermögensstruktur erarbeitet werden. Diese legt auch fest, welcher Teil der Unternehmensgewinne reinvestiert und welcher Teil ausgeschüttet und ins Privatvermögen überführt werden soll.