Unternehmen sind begehrt, die Preise schießen weiter durch die Decke. Die Frage ist, ob sich jetzt noch ein Kauf lohnt oder die Baisse kurz bevorsteht. Vier Experten klären auf, für welchen Käufer sich eine Akquisition noch lohnt.

Wirkt sich das niedrige Zinsumfeld auf den Anteil der Leveraged Buyouts aus?



„Wer Leverage will, der kriegt ihn auch – und das zu Schnäppchenzinsen.“

Mark Miller

 

 


Mark Miller

Wer Leverage will, der kriegt ihn auch – und das zu Schnäppchenzinsen. Wir sehen aber, dass die Akteure im Markt – Investoren wie Unternehmer – die Möglichkeiten hier nicht ausreizen. Sie wissen nur zu gut, dass der Regenschirm, der bei Sonne verteilt wird, mit entsprechenden Covenants (Anleihebedingungen, Anmerkung der Redaktion) bei Regen wieder eingezogen wird.

Holger Habermann

Das Zinsniveau ist äußerst attraktiv für Unternehmenskäufe und ermöglicht einer größeren Gruppe, einen Unternehmenskauf mit vertretbarem Kapitaldienst zu finanzieren. Allerdings machen oft die Banken einen Strich durch die Rechnung, da sie einen Eigenkapitaleinsatz von 20 bis 25 Prozent fordern. Auch bei der Finanzierungsdauer sind je nach Bank nur maximal fünf bis sieben Jahre möglich, da die Geschäftsmodelle immer kurzlebiger sind.


 

„Die günstigen Refinanzierungskonditionen befeuern die Kaufpreisgebote“

Dr. Lutz Becker

 


Dr. Lutz Becker

Das aktuell noch sehr niedrige Zinsniveau findet sich auch im Segment der Akquisitions-/Unternehmenskaufpreis-Finanzierung wieder. Die Zinsmarge ist hier – nach 2007 wieder – auf einem historisch niedrigen Niveau. Auch die von Finanzinstitutionen erhältlichen Verschuldungsgrade (EBITDA-Faktoren) sind wieder auf Rekordniveau. Diese günstigen Refinanzierungskonditionen befeuern die Kaufpreisgebote von Finanzinvestoren.