Personal in der Krise

Selbst für erfahrene Führungskräfte sind Krisensituationen nichts Alltägliches. Treten sie dennoch auf, können gerade im Personalbereich Fehler geschehen, die das Gesamtergebnis des Turnarounds beeinträchtigen. Doch diese lassen sich vermeiden.

Motivation ist alles

Kommt es im Rahmen einer Restrukturierung zu einem Personalabbau, gilt es, die Auswahl der richtigen Mitarbeiter gründlich zu planen. Denn jedes Unternehmen steht und fällt mit der Qualität und Motivation der Mitarbeiter. Nur wenn eine Personalstrategie die richtige Mischung aus Erfahrung und Potenzial abdeckt, also weder Überalterung noch Wissensverlust drohen, kann ein Turnaround erfolgreich und ein Betrieb auch nach der Restrukturierung noch wirtschaftlich mittel- und langfristig erfolgreich bleiben.

Dabei kann allerdings auch die beste Strategie nicht zu 100 Prozent davor schützen, dass Leistungsträger gehen und Low Performer bleiben. Verantwortliche können jedoch das Risiko erheblich eindämmen. Helfen können hier beispielsweise Retention- oder Early-Leaver-Angebote sowie eine frühzeitige, offene und gesteuerte Kommunikation.

Idealerweise beziehen die Führungskräfte dabei lediglich einen Ansprechpartner pro betroffener Geschäftseinheit mit ein, um die Wege bei Absprachen möglichst kurz und unkompliziert zu halten. Außerdem sollten die einzelnen Unternehmensbereiche die Möglichkeit haben, einzelne Mitarbeiter als sogenannte Key Player zu definieren (in aller Regel bis zu fünf Prozent des Abbauziels), also essenzielle Arbeitskräfte, die von einem Abbau ausgenommen werden. So wird auch für die Zeit nach der Restrukturierung eine stabile und leistungsfähige Mitarbeiterstruktur gewährleistet.

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