Das Wichtigste weitergeben: Eine Nachfolge mit einem Investor kann eine Lösung sein. (© Thinkstock/iStock)
Das Wichtigste weitergeben: Eine Nachfolge mit einem Investor kann eine Lösung sein.

Familieninterne Unternehmensübergaben werden immer seltener. Man kann diese Entwicklung mit einem traurigen oder verständnisvollen Auge betrachten. In jedem Fall wirft sie die dringende Frage nach externen Alternativen zur Sicherung des Unternehmens auf.

Der Verkauf an einen industriellen Investor ist in den Köpfen der Unternehmer meist die naheliegendste Alternative zur familieninternen Nachfolge. Sie bietet die Chance, das eigene Unternehmen durch Kombination strategischer Werte auf eine nächste Entwicklungsstufe zu heben. Hierbei können die Unternehmen gegenseitig zum Beispiel vom Zugang in neue Märkte oder vom jeweiligen technologischen Know-how profitieren.


Oftmals ist damit auch die Hoffnung auf eine „strategische Prämie“ verbunden. Darunter versteht man die Erzielung eines Verkaufspreises, der den intrinsischen Wert des Unternehmens übersteigt, da der Käufer auch einen Teil der erwarteten Synergiewerte bezahlt.

In nahezu jeder Branche finden sich Transaktionen, in denen von außen betrachtet ein „Wahnsinnspreis“ gezahlt wurde. Erklären lässt sich dies oft durch hohen Investitionsdruck aufseiten des Käufers und eine Eigenschaft des Targets, die es einzigartig macht. So zahlte OSRAM für den unprofitablen Leuchtenbauer Siteco einen derart hohen Preis, da der Zukauf für die Weiterentwicklung des bedrohten Geschäftsmodells als absolut notwendig eingeschätzt wurde und Siteco schlicht das einzig verfügbare Target relevanter Größenordnung war.

In den allermeisten Fällen fordert der industrielle Investor die sofortige Übernahme von 100 Prozent der Anteile, um sich folglich die uneingeschränkte Gestaltungsfreiheit zu sichern.

Verteufeltes Private Equity

Möchte der verkaufende Unternehmer noch etwas länger operativ am Ruder bleiben, genießt er mit einem Finanzinvestor an der Seite einen weitaus größeren Handlungsspielraum als nach dem Verkauf an einen industriellen Investor. Übernimmt ein Finanzinvestor das Unternehmen, bleibt es weiter eigenständig und unter bekanntem Namen am Markt tätig.