Autoritär war gestern. Situatives Führen wird immer wichtiger. Erfolgreiche Unternehmenslenker brauchen zudem die richtigen Kompetenzen, um auch Krisenzeiten erfolgreich zu meistern.

Die Untersuchung zeigt zudem: Situatives Führen ist im Trend. Heute sind Reaktionsschnelligkeit und flexibles Handeln gefragt, wenn es darum geht, Unternehmen international auszurichten und die digitale Transformation voranzutreiben.

Kompetenzen auf dem Prüfstand

Während Dennis Brüggemann die Nachfolge bereits erfolgreich angetreten hat, steht dieser Übergang in rund 135.000 deutschen Familienunternehmen in den kommenden Jahren noch aus. Rund drei Viertel der potenziellen Nachfolger sind auch bereit, den familieneigenen Betrieb zu übernehmen. Wollen und Können sind jedoch zwei verschiedene Dinge.

Wissen und fachliches Können (strategisches Denken, analytisches Geschick, Kapitalmarktwissen, Digitalisierungserfahrung etc.) allein reichen nicht aus, um ein Familienunternehmen erfolgreich zu führen. Auch soziale Kompetenzen sind gefragt. Dazu zählen nicht nur Kommunikationsfähigkeit, Motivationsfähigkeit und Risikobereitschaft. Ebenso sind Zukunfts- und Zielorientierung sowie die Fähigkeit, Meinungsverschiedenheiten im zwischenmenschlichen Bereich rechtzeitig zu erkennen und im Sinne einer gemeinsamen Lösung zu intervenieren, wichtige Voraussetzungen. Der Geschäftsführer eines Familienunternehmens muss darüber hinaus die Beziehung zur Gesellschafterfamilie managen. Erlernen kann man diese Kompetenzen im klassischen Sinn nicht, aber man kann daran arbeiten, sie verbessern und trainieren.


Ob man das Unternehmer-Gen hat oder nicht, zeigt sich vor allem in Krisenzeiten

Dr. Alexander Koeberle-Schmid, Wirtschaftsmediator bei KPMG


Ob man das Unternehmer-Gen hat oder nicht, zeigt sich vor allem in Krisenzeiten. Es lohnt sich daher, den eigenen Führungsstil kontinuierlich zu hinterfragen und sich selbst dem „Führungs-TÜV“ zu unterziehen. Passt das Führungsverhalten noch zur aktuellen Lage des Unternehmens? Selbstreflexion setzt eine bewusste innere Haltung voraus und ist die Basis für jeglichen Veränderungsschritt.

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Als Experte für Unternehmensnachfolge, Familienverfassung, Beirat und Governance berät Dr. Alexander Koeberle-Schmid seit vielen Jahren Unternehmerfamilien in Europa, Asien und dem mittleren Osten. Der Diplom-Kaufmann, lizensierte Mediator (BM®), zertifizierte Nachfolge und Executive Coach (ICF) studierte an der WHU – Otto Beisheim School of Management und wurde dort zum Thema „Family Business Governance“ promoviert. Alexander Koeberle-Schmid ist Autor mehrerer Fach- und Sachbücher und Dozent für Strategie, Governance und mittelständische Unternehmen an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht. Auf wissenschaftlicher Ebene konzipierte und veröffentlichte er die KPMG Studienreihe „Firma, Familie, Führung – Leadership im Spannungsfeld von Gefühl und Geschäft“ zusammen mit dem Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen der Zeppelin Universität und wirkte bei der INTES-Studie „Familienverfassung“ mit. Seine Expertise stellt er neben der Unternehmeredition regelmäßig in verschiedenen Medien zur Verfügung wie z.B. Frankfurter Allgemeine Zeitung, N24, Handelsblatt, Wall Street Journal, Manager Magazin, wir Magazin, Süddeutsche Zeitung oder Wirtschafts Woche.