Hohes Risiko ohne Aktien

Mit einer Aktionärsquote von 14 Prozent ist Deutschland im internationalen Vergleich auf den hinteren Plätzen zu finden. Dabei sind Aktien ein wichtiger Bestandteil im Portfolio – und sicherer, als mancher denkt, gerade auch im Vergleich mit anderen Anlageformen.

Einzelaktien, Fonds oder ETFs

Ob der Anleger auf breit gestreute Einzelaktien, aktiv gemanagte Fonds oder passive Anlagen wie ETFs (Exchange Traded Funds) zurückgreift, hängt von vielen Faktoren ab – zum Beispiel Anlagementalität, Anlagevolumen und Finanzwissen.

Breit gestreute Einzelaktien kommen in der Regel nur ab größeren Volumen infrage, da ansonsten die Kosten für die jeweiligen Transaktionen relativ hoch sind oder keine Diversifizierung über viele verschiedene Aktien erzielt werden kann. Aktiv gemanagte Fonds sind im Vergleich zu indexabbildenden ETFs relativ teuer, versuchen jedoch den zugrunde liegenden Index zu schlagen – die wenigsten davon schaffen es jedoch langfristig.

Auch wenn Verbraucherschützer und Presse ETFs als das neue Wundermittel verkünden, ist Vorsicht geboten. Es gibt voll replizierende ETFs, die tatsächlich die Aktien aus dem Index enthalten. Andererseits gibt es synthetische, die über Derivatekonstrukte abgebildet werden. Der Nennwert der Derivate übersteigt den Wert aller auf der Welt an der Börse notierten Unternehmen um ein Vielfaches. Im Falle eines Crashs an den Börsen muss deshalb diese Form von Anlageinstrumenten erst ihre Feuerprobe bestehen.

Familienunternehmen

 Einige Anleger, insbesondere manche Unternehmer, stehen managergeführten Unternehmen kritisch gegenüber, weil sie nicht mit ihrem persönlichen Vermögen haften und sich geschäftspolitische Entscheidungen häufig auf kurzfristige Zeiträume beziehen. Sie investieren deshalb gerne in Aktiengesellschaften, deren Geschicke von der Gründerfamilie mitbestimmt werden und sich somit alle Entscheidungen auf eine langfristige und solide Unternehmensentwicklung fokussieren. Bislang haben sie damit durchaus Erfolg: In den vergangenen fünf Jahren ist etwa der DAXplus Family-Index, der börsennotierte Familienunternehmen abbildet, um 120,63 Prozent gestiegen.

Fazit

100 minus Lebensalter. Diese altbekannte Faustregel, die den maximalen Aktienanteil bestimmt, ist häufig ein Garant für eine langfristig erfolgreiche und mit dem Alter risikominimierende Geldanlage.


Zur Person

Markus Köppl ist Gründer der MK Anleger Gesellschaft und Anleger24.de. Sie hilft Anlegern deutschlandweit, gute und passende Berater bei Vermögensverwaltern, Banken, Family Offices, Finanzdienstleistern sowie Robo-Advisors zu finden. Die MK Anleger Gesellschaft mbH unterstützt Finanzdienstleister bei M&A-Transaktionen, Beratergewinnung und Digitalisierung.

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