Pensionsrückstellungen unter Druck

Je niedriger die Zinsen, desto höher steigen die Pensionsrückstellungen. Die Auswirkungen auf Bonität und Ergebnis sind erheblich.

Wie schlimm die steigenden Rückstellungen sind, hängt von der wirtschaftlichen Situation im Einzelfall ab. Zunächst mindern die Belastungen den Gewinn und damit die Ausschüttungshöhe. Es werden Bilanzkennzahlen, wie Eigenkapitalquote und Umsatzrendite, beeinflusst und durch eine einhergehende Verschlechterung der Bonität auch weitere Zusatzbelastungen bei der Refinanzierung ausgelöst. Bei niedriger Eigenkapitalausstattung kann die Situation allerdings existenzbedrohend werden. Durch die steigenden Rückstellungen wird das Eigenkapital aufgezehrt und kann im schlimmsten Fall zur Überschuldung führen.

Erschwerend hinzu kommt in der Regel, dass die getroffene Vorsorge zur Ausfinanzierung bzw. Rückdeckung der Verpflichtungen hinter den prognostizierten Ablaufleistungen zurückbleibt. Je niedriger die am Markt erreichbare Verzinsung ist, desto mehr Mittel müssen aus dem laufenden Geschäft eingesetzt werden.

Mangelnde Liquidität der Ausfinanzierung

Durch eine Umstellung der Zusage von einer Altersrente in eine Kapitalleistung werden die Pensionsrückstellungen in der Handelsbilanz erheblich reduziert. Ein weiterer Vorteil ergibt sich auch bei einem Verkauf oder einer Übergabe an die Kinder. Mit der Einmalzahlung zum Rentenbeginn wird ein klarer Schlussstrich gezogen. Allerdings verliert der Versorgungsberechtigte dabei einen nicht unwesentlichen Wert seiner Altersversorgung.

Eine weitere Möglichkeit, die Belastungen zu reduzieren, ist ein Teilverzicht auf die Versorgung. Wichtig ist dabei, diesen auf den zukünftig noch nicht erdienten

Die Entwicklung der Steuer- und Handelsbilanz (© Südvers Vorsorge GmbH)
Die Entwicklung der Steuer- und Handelsbilanz (© Südvers Vorsorge GmbH)

Teil zu beschränken. Dabei wird der Quotient aus tatsächlicher und möglicher Dienstzeit ab Zusagezeitpunkt gebildet und mit dem Vollanspruch multipliziert. Diese Änderung sollte immer von Juristen und Mathematikern begleitet werden, kann aber im Ergebnis zu einer deutlichen Entlastung führen, insbesondere wenn der Renteneintritt noch in weiter Ferne liegt.

Desweiteren kann die Bilanz durch die Auslagerung auf einen externen Versorgungsträger wie den Pensionsfonds und/oder die Unterstützungskasse bereinigt werden. In der Praxis scheitert dies jedoch meistens an der mangelnden Liquidität. Die Ausfinanzierung ist dabei oft die bessere, weil flexiblere Alternative. Je nach Ertragslage kann eine flexible Dotierung erfolgen, und im vorzeitigen Todesfall des Versorgungsberechtigten und der Hinterbliebenen können die verbleibenden Vermögenswerte an das Unternehmen zurückfließen. Zweckgebundenes Vermögen (Plan Asset) kann dabei mit den Verpflichtungen in der HB (Handelsbilanz) saldiert werden. In Zeiten des Niedrigzinses und einer ausreichenden Liquidität sicher eine interessante Variante.