„Die Anleihe war eine strategische Entscheidung“

Markus Gebhardt (© Alfmeier Präzision AG )
Seit 24 Jahren bei Almeifer: Vorstand und Gesellschafter Markus Gebhardt.

Der Markt für Mittelstandsanleihen ist in Verruf geraten: Zu viele Ausfälle, zu viele schwarze Schafe und Skandale. Doch es gibt auch Unternehmen, bei denen alles klappt: Zum Beispiel die Alfmeier Präzision AG. Die inhabergeführte Gruppe stellt Präzisions-Komponenten wie Ventile, Pumpen und Steuergeräte her. Ihre Anleihe notiert deutlich über pari, die Restrukturierung zeigt Erfolge. Gesellschafter und Vorstand Markus Gebhardt über Erfahrungen mit der Mittelstandanleihe  und weitere Ziele.  

Unternehmeredition: Herr Gebhardt, die Alfmeier Präzision AG hat Ende Oktober 2013 eine Mittelstandsanleihe – Volumen 30 Mio. Euro – emittiert. Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung?

Gebhardt: Die Anleihe hat gut performt, unser Kursverlauf dürfte die Anleger kaum enttäuscht haben. Insbesondere wenn man dies vor dem Hintergrund der allgemeinen Zinsentwicklung sieht. Die Anleihe, die wir im Freiverkehr an der Frankfurter Börse im Segment Entry Standard zum Preis von 100 Prozent und mit einem Kupon von 7,50 Prozent emittiert hatten, notiert heute bei Kursen um 108 bis 109.

War dies das erste Mal, dass Alfmeier an den Kapitalmarkt gegangen ist?

Für uns war diese Mittelstandsanleihe mit fünf Jahren Laufzeit die erste Begegnung mit dem Kapitalmarkt. Grund war nicht nur rein die Kapitalbeschaffung, die Anleihe war insbesondere eine strategische Entscheidung. Wir wollten damit unseren Finanzierungsmix in Richtung Kapitalmarkt ergänzen und uns damit eine zusätzliche Finanzierungsoption eröffnen.

Wofür haben Sie das aufgenommene Kapital verwendet?

Wir finanzierten in erster Linie unsere Diversifizierungs- und Wachstumsstrategie. Das heißt, wir haben einerseits unser Stammgeschäft ausgebaut, in die Erweiterung unserer Produktportfolios investiert insbesondere in eine neue Produktgeneration für den Komfort von Autositzen, aber auch in neue Programme in unserer Fluid-Technik etwa bei Ventilen und Pumpen. Andererseits haben wir in die Medizintechnik diversifiziert und sind in ein neues Marktsegment mit sogenannten Formgedächtnis-Legierungen gestoßen. Diese Memory-Metalle sehen wir als wichtige Querschnittstechnologie, die uns Zugang zu wachstumsstarken Branchen wie der Medizin-, Telekommunikations- und Umwelttechnik verschafft.

Planen Sie künftig eine neue Anleihe?

Wir planen derzeit keine neue Anleihe, es gibt auch keinen Aufstockungsbedarf. Aber sicherlich können wir irgendwann an einen Punkt kommen, wo wir uns einer solchen Überlegung stellen. Grundsätzlich bleibt der Kapitalmarkt für uns eine Option zur Finanzierung von Wachstum und Investitionen.