Recaro
Recaro Holding in Stuttgart: Hier werden Ideen geboren.

Über eine starke Marke will Recaro die bestehenden Sparten ausbauen und neue Geschäftsfelder erschließen. Um den Markenkern zu finden, investierte das Unternehmen viel Zeit und verlegte den Sitz der Holding nach Stuttgart, dorthin wo alles begann. 

Wie wichtig Design für Recaro ist, sieht man schon beim Betreten der Holding in Stuttgart: Helle Räume, weiße Wände, große Fensterfronten, die den Blick von Degerloch in den Kessel von Stuttgart freigeben. Von Designer-Sesseln hinter dem Empfang, dem runden Glastisch, den modernen Stühlen im Konferenzraum bis zur Wasserkaraffe. Alles ist durchgestylt. Hier bleibt Platz für Kreativität und Design. Ein Flachbildschirm an der Wand zeigt die Konstruktion der Recaro-Sitze. Zeichnungen mit Leitsätzen sollen die Mitarbeiter an Werte erinnern. „Vom Besten inspiriert“, „Haltung bewahren“ oder „Schutz versprechen“, das sind die Attribute die Recaro schätzt. Im höchstgelegenen Stadtteil Stuttgarts will sich das Unternehmen neu erfinden.

Seit gut einem Jahr hat die Recaro Holding dort ihren Sitz. Untypisch für eine Dachgesellschaft ist, dass sie Designer beschäftigt. Für Recaro ist dies selbstverständlich, denn die Marke steht im Zentrum des Unternehmens. „Wir beschäftigen uns hier mit Designtheorie, übersetzen unsere Markenidentität in Formensprache und geben das an unsere Sparten und Lizenzpartner weiter“, sagt Geschäftsführer Hartmut Schürg. Das Design übernimmt die Aufgabe des Vordenkers, ein Think Tank, der sich mit den Produkten der Zukunft beschäftigt, mit Prozessen aber auch eine Markenidentität über alle Geschäftsprozesse schafft. In Stuttgart haben sie dafür den Begriff Ingenious Design, also ausgeklügeltes Design, geprägt. Für die Schwaben ist es die Verbindung zwischen Funktion, Ergonomie und Ästhetik.

Durchbruch mit Schalensitzen

In der mehr als 100-jährigen Geschichte des Familienunternehmens hat sich zwar viel geändert, der Wert der Marke allerdings kaum. 1906 gründete Wilhelm Reutter die Stuttgarter Carosserie- und Radfabrik. Sein Bruder Albert trat drei Jahre später in die Geschäftsführung ein. Es entstand die Stuttgarter Karosseriewerk Reutter & Co. Sie entwarf den Vorläufer des Cabriolets, baute luxuriöse Karosserien auf Fahrgestelle für Daimler, BMW, Maybach und viele andere. Für den legendären Sportwagen Porsche 356 baute Reutter Coupé- und Cabrio-Karosserien. Im Jahr 1963 erwarb Porsche das Karosseriewerk, die Kompetenz für Sitze bleibt allerdings im Unternehmen. Es entstand: Recaro.