„Wir sind kein Dumping-Unternehmen“

Flyeralarm rollt den Markt für Online-Druckereien auf. Neu-CEO Markus Schmedtmann über die Zusammenarbeit mit dem Gründer, seine weiteren Pläne und wie er es schafft, erfolgreiche Nachwuchskräfte nach Würzburg zu holen. 

Der Gründer und Inhaber ist bei Flyeralarm auch noch an Bord. Beeinträchtigt er Sie nicht in Ihrer Entscheidungsfreiheit?

Bevor ich mich entschieden habe, den Vorstandsposten anzunehmen, habe ich mir natürlich auch darüber Gedanken gemacht. Dennoch habe ich für mich den idealen Arbeitgeber gefunden. Das Geschäftsmodell bietet enormes Potenzial. Zudem haben wir eine Menge an neuen Produkten in der

Werbeplakat von Flyeralarm: Das Unternehmen macht den etablierten Druckereien Konkurrenz. (© flyeralarm GmbH)
Werbeplakat von Flyeralarm: Das Unternehmen macht den etablierten Druckereien Konkurrenz.(© flyeralarm GmbH)

Pipeline und wollen künftig auch zukaufen. Zuletzt haben wir uns am Webdesign-Start-up rukzuk beteiligt. In den kommenden Wochen wird es eine weitere Akquisition geben. Wir haben eine starke Mannschaft, und ich habe einen Gesellschafter, der das Geld nicht aus der Firma zieht und absolut hält, was er versprochen hat. Ich habe hier viele Freiheiten und bin froh darüber, unternehmerisch tätig sein zu können. In einem Konzern ist das nur noch ganz schwer möglich.

Sehen das junge Nachwuchsführungskräfte auch so?

Unbedingt. Wir haben für Flyeralarm Leute gefunden, die etwa in New York studiert haben, dort ihren MBA ablegten und Praktika bei großen Konzernen und Beratungsgesellschaften machten. Wir haben sie gewonnen, weil wir eine gute Story haben und weil wir ein E-Commerce-Unternehmen mit einem starken Wachstum sind. Der Markt ist immer noch riesig und bietet für uns ein großes Potenzial. Beispielsweise haben wir gerade heute 30 junge Leute von führenden europäischen Hochschulen zu einem Workshop im Haus.

Welche Rolle spielt für Sie das Thema Mindestlohn?

Es hilft uns eher, als dass es uns schadet, weil wir weit über Mindestlohn liegen und unsere Wettbewerber diesen vielleicht künftig bezahlen müssen.

Der Wettbewerb hat zugenommen. Wie wehren Sie sich?

Den gab es auch vor einigen Jahren schon. Der Abstand hat sich in dieser Zeit eher vergrößert. Flyeralarm hat in der vergangenen Zeit viel richtig gemacht. Auch in Sachen Werbung. Durch die Partnerschaft mit dem FC Bayern oder dem Sponsoring der Fußball-Nationalmannschaft sind wir sehr präsent und haben uns eine hohe Markenbekanntheit aufgebaut.

Was unterscheidet sie, außer wirksamer Öffentlichkeitsarbeit, von der Konkurrenz?

Vor allem die Innovationen. Wir bieten etwa die „Same-Day-Lieferung“ an. Produkte, die bis 9.00 Uhr am Tag bestellt werden, liefern wir noch am selben Tag aus. Wir haben zudem eigene Stores, die wir weiter ausbauen wollen. Der Großkundenvertrieb ist eine weitere Neuheit.

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