„Die Inhaberfamilie Krone verfolgt das Prinzip, alle Gelder im Unternehmen zu belassen“ (Ausgabe 2/2010)

Unternehmeredition: Welche Länder sind Ihre bedeutendsten Absatzmärkte, und welche gilt es zukünftig noch zu erobern?
Krone: Wir machen mittlerweile rund 70% des Umsatzes der Maschinenfabrik im Export. Nach dem Heimatmarkt Deutschland mit 30% sind die USA als einer der größten Agrarmärkte unser wichtigster Absatzmarkt mit mindestens 15%. Russland und Osteuropa bzw. der GUS-Block sind zwar im Zuge der Wirtschaftskrise unter Druck geraten und zeigen ein abschottendes Verhalten, gehören aber nach wie vor zu unserem Fokus. Der Absatz sank dort aber unter das Vorkrisenniveau von 11 bis 12%. Darauf folgt der zentraleuropäische Markt, beispielsweise Österreich. Wenn wir über Zukunftsmärkte sprechen, denken wir an eine Verstärkung unserer russischen und osteuropäischen Aktivitäten, aber sicherlich auch an eine Ausdehnung in Richtung Naher Osten. Der Blick über den Tellerrand fällt auch nach Südamerika, wo wir bisher nur schwach vertreten sind, und etwas ferner in der Zukunft werden auch Indien und China in unseren Fokus rücken.

Unternehmeredition: Ein solches Wachstum über die Landesgrenze hinaus benötigt viel Kapital. Welche Finanzierungsinstrumente nutzen Sie? Ist es für Sie derzeit schwieriger, an frisches Kapital zu kommen?
Veer: Zum Bilanzstichtag am 31. Juli 2009 hatten wir fast 80 Mio. EUR liquide Mittel auf den Konten und mussten somit unsere Kreditlinien für das normale Geschäft in Höhe von über 100 Mio. EUR erst gar nicht in Anspruch nehmen. Daneben haben wir seit 2004 und dann 2005 erhöhend ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 100 Mio. EUR. Im operativen Geschäft nutzen wir im kurzfristigen Bereich ein sog. ABCP-Programm (Asset Backed Commercial Paper), bei dem Forderungen verkauft und über eine Zweckgesellschaft als kurzfristige Commercial Paper platziert werden. Über dieses Programm können wir liquiditätsmäßig atmen und als Familienunternehmen am internationalen Kapitalmarkt partizipieren. Dies ist uns zu sehr attraktiven Zinssätzen auch in der aktuellen Saison 2009/2010 sehr gut gelungen. Uns mangelt es also nicht an Kapital, obgleich es in unserem Umfeld gerade jetzt zu erheblichen Schwierigkeiten kommt. 2010 wird in Bezug auf Kredite für Unternehmen unserer Branche das kritischste Jahr, denn rückblickend stiegen die Insolvenzen immer überproportional, wenn nach einer Krise die Konjunktur wieder anzog. Angesichts dessen müssen wir uns bei unseren Banken bedanken, dass sie uns so vertrauensvoll begleiten.

Unternehmeredition: Wie schätzen Sie die Entwicklung Ihrer Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten ein?
Krone: In der Landtechnikbranche haben wir die Aufgabe, dass wir jede Woche bei der Produktion nachlegen können, jedoch nicht wissen, ob wir das dafür benötigte Material auch noch rechtzeitig bekommen, so dass die Maschinen auch noch rechtzeitig zur Saison fertig werden. Denn einige Zulieferer sind noch in Kurzarbeit. Und wenn wir in diesem Jahr im schlimmsten Fall noch einen Marktrückgang von 10% erleben, so lägen wir immer noch auf dem sehr hohen Niveau von 2007/2008.

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