Mitarbeiter von m2Solutions in einem Server-Raum: Das Unternehmen ist mit Roll-outs großer Systemhäuser gewachsen.

M2solutions ist seit der Gründung im Jahr 2000 durchschnittlich mit über 40 Prozent pro Jahr gewachsen. Jetzt wurde zusammen mit der MBG Schleswig-Holstein eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, um über das Kerngeschäft von XXL-Roll-outs für globale Systemhäuser hinaus korrespondierende Geschäftsfelder zu erschließen.

„Die haben Power, das merkt man.“ Für Andreas Röpken, Prokurist der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein mbH, ist die m2solutions EDV-Services GmbH in Ahrensbök ein Musterbeispiel eines Wachstumsunternehmens. Nicht nur wegen der imposanten Steigerungsraten, sondern vor allem, weil dieses Wachstum profitabel gestaltet worden ist. „Wir haben am Anfang unser Geschäft ausschließlich aus dem Cashflow finanziert. Erst nach etlichen Jahren haben wir dann ein Dispo für das Unternehmen einrichten lassen“, erklärt Mirko Müller, Gründer und einer der drei Geschäftsführer.


IT-Systemhaus als Geschäftsidee hört sich nach Me too an. Im Falle der m2solutions ist es das aber nie gewesen. Denn das Unternehmen bearbeitet in seinem Kerngeschäft eine attraktive Nische der Branche: Roll-outs im Auftrag großer Systemhäuser und deren global agierender Kunden. 19.000 PCs und 22.000 Bildschirme, das sei eine nicht ungewöhnliche Ticketgröße, beschreibt Co-Geschäftsführer Reiner Matthiessen einen aktuellen Auftrag. M2solutions bietet den Service über Partner derzeit in 15 europäischen Ländern an, weitere sollen folgen. Zugleich wird der IT-Service mit kurzen Reaktionszeiten sichergestellt.

IT-Dienstleister für den Mittelstand

So signifikant das Wachstum des im Jahr 2000 gegründeten Unternehmens auch ist, in den vergangenen fünf Jahren ging der Zuwachs auf durchschnittlich 26 Prozent zurück. Das ist ein Effekt der größeren Basis. Es gibt aber auch schlichtweg nicht unendlich viele große Roll-outs. Folgerichtig fiel bereits 2015 der Entschluss, ergänzende Geschäftsfelder zu erschließen. „Seitdem betreuen wir mittelständische Kunden mit bis zu 1.000 Mitarbeitern. Das liegt unterhalb der Schwelle unser Roll-out-Auftraggeber und ist damit kein Problem“, erläutert Müller.

Bei m2solutions wurden aber im Zuge dessen neue Mitarbeiter eingestellt. Darüber hinaus tätigte die Firma insbesondere Investitionen in Schulung und Fortbildung. „Dieses Jahr investieren wir rund 1,5 Mio. Euro. Neben einer neuen Halle mit Büroräumen fließt ein großer Teil in die Qualifizierung der Beschäftigten“, betont Müller.

Die Investitionssumme war mit dem Cashflow nicht mehr zu stemmen, deshalb nahm Geschäftsführer Müller zum ersten Mal Kontakt zur Bank auf. Von der Gesamtsumme bringt das Unternehmen  eine halbe Million Euro auf, für ein weiteres Drittel könne sich die Bank begeistern, wenn denn ein weiterer Kapitalgeber gefunden würde. So kam die MBG ins Spiel. Die Gesellschaft entschied sich für eine stille Beteiligung in Höhe von eben jenen 500.000 Euro, die in zwei Tranchen ausgezahlt wurde. Die MBG partizipiert ihrerseits an den künftigen Gewinnen, von Verlusten ist sie hingegen freistellt. Die Beteiligung hat eine zehnjährige Laufzeit. Die stille Einlage zählt als Eigenkapital und verbessert somit die Bilanzrelationen.

Der Vertrag ist deshalb so gestaltet, weil die Summe deutlich über dem Durchschnitt einer MBG-Beteiligung liegt. Das MBG-Portfolio enthält etwa 500 stille Beteiligungen im Wert von 100 Mio. Euro. Offensichtlich hat das Management von m2solutions nachhaltig Eindruck hinterlassen, denn „normalerweise beenden wir ein Engagement nach zehn Jahren, hier können wir uns aber vorstellen, weitere Mittel zur Verfügung zu stellen“, berichtet Röpken.