Die Fusion von Linde und Praxair betrifft auch ein deutsches Familienunternehmen. Die Messer Group profitiert von kartellrechtlichen Auflagen. Im Interview erklärt Geschäftsführer Stefan Messer, warum es dieses Mal klappen soll mit dem Status eines Global Players..

Sie haben zusammen mit dem Finanzinvestor CVC für das Paket 2,8 Mrd. Euro bezahlt für ein Unternehmen mit einem Umsatz von etwa 1,4 Mrd. Euro und einem operativen Gewinn
(Ebitda) von 305 Mio. Euro. Sind Sie mit dem Kaufpreis zufrieden?


Da sind wir insgesamt zufrieden, ansonsten hätten wir den Vertrag nicht geschlossen. Der Kaufpreis wird zum Zeitpunkt des Closing natürlich noch den üblichen Anpassungen unterliegen. Zu den genauen Vertragsinhalten kann ich Ihnen allerdings keine Auskunft geben.

Waren Sie sich über den Preis und die Verträge schnell einig oder sind die das Ergebnis harter Verhandlungen?

Es gab ja auch andere Anbieter. Aber gerade wegen der Frist für das Closing für die Fusion von Linde und Praxair am 24. Oktober ging es nicht nur um den Kaufpreis, sondern auch um die Schnelligkeit der Abwicklung der Transaktion. Außerdem mussten Linde und Praxair sich sicher sein, dass die FTC (Federal Trade Commission / US-amerikanische Kartellbehörde; Anmerkung der Redaktion) ihre Zustimmung gibt. Ich weiß nicht, ob andere Interessenten mehr geboten haben, aber unser Vorteil war auch, dass wir als strategischer Investor mit diesem Geschäft langfristig planen.

Aber auch bei Ihnen ist mit CVC ein Finanzinvestor im Boot. Wie haben Sie sich die Finanzierung aufgeteilt?

Wir bringen als Eigenkapitalanteil in dieses Joint Venture unser Westeuropa-Geschäft als Asset ein, dazu kommt Fremdkapital von den Banken und Eigenkapital von CVC. Insgesamt sind wir an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen Messer Industries mit etwas mehr als 50 Prozent beteiligt. Die Stimmrechte sind allerdings paritätisch verteilt.

Bei CVC ist Alexander Dibelius für das neue Gemeinschaftsunternehmen Messer Industries verantwortlich. War Ihre persönliche Bekanntschaft ein Grund, warum Sie sich für CVC als Partner entschieden haben?

Herrn Dibelius kenne ich sehr gut aus seiner Zeit bei Goldman Sachs, die in den 90er-Jahren vier Jahre an unserem Unternehmen beteiligt waren. Diesen Kontakt haben wir in den vergangenen Jahren weiter gepflegt. Aufgrund dieser gewachsenen Vertrauensbasis wollten wir jetzt auch die Transaktion mit CVC machen.

Zwei Drittel des Kaufpreises werden fremdfinanziert. Auf welche Instrumente setzen Sie dabei?

Wir haben einen Konsortialkredit mit unseren Kernbanken geschlossen.