Die in München ansässige UNIO Enterprise GmbH ist aus der Insolvenz heraus durch einen Verkauf an die luxemburgische OrbitsIQ Global S.A. übernommen worden. Wie der Insolvenzverwalter Dr. Alexander Zarzitzky von der Kanzlei Anchor Rechtsanwälte mitteilt, wurde der Geschäftsbetrieb im Rahmen eines strukturierten Investorenprozesses übertragen. Die Transaktion erfolgte als Asset Deal. UNIO wurde 2022 als Gemeinschaftsunternehmen der vier Raumfahrtfirmen Isar Aerospace, OHB, Mynaric und Reflex Aerospace gegründet. Ziel war der Aufbau eines europäischen Gegenmodells zu globalen Satellitenkonnektivitätsprogrammen wie „Starlink“. Das Unternehmen entwickelte mit UNIO Move eine Plattform, die mobile Anlagen automatisch mit der jeweils besten verfügbaren Verbindung versorgt. Dabei kombiniert die Technologie terrestrische 5G-Netze mit satellitengestützter Kommunikation.
Technologie bleibt in Europa
Mit der Übernahme durch OrbitsIQ wird die Zukunft der Technologie und des Teams von UNIO gesichert. Laut OrbitsIQ ist die Integration von UNIO ein strategischer Schritt, um die eigene Position im Bereich hybrider Netzwerktechnologien auszubauen. Die Plattform von UNIO ergänzt das Portfolio des Käufers, der sich auf KI-basierte Kommunikationslösungen für mobile und stationäre Objekte spezialisiert hat. Nach Angaben von OrbitsIQ soll durch die Akquisition eine unterbrechungsfreie Datenkommunikation weltweit ermöglicht werden. Insbesondere für Anwendungen in autonomen Fahrzeugen, der Logistik sowie der Industrie sei die Technologie von UNIO von zentraler Bedeutung. Die Systeme sollen künftig helfen, auch in Regionen ohne Mobilfunkabdeckung stabile Verbindungen zu gewährleisten.
Verkauf sichert Arbeitsplätze

Der Insolvenzverwalter Dr. Alexander Zarzitzky zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Der Erhalt der technologisch wichtigen Plattform und damit der Fortbestand der innovativen Konnektivitätslösung von UNIO ist ein großer Erfolg“, so Zarzitzky. Trotz der komplexen Ausgangslage sei ein gutes Ergebnis sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Gläubiger erzielt worden. Die Transaktion wurde durch die auf M&A in Sondersituationen spezialisierte Sigma Corporate Finance GmbH begleitet. Die Kanzlei Görg beriet den Insolvenzverwalter rechtlich, während Finkenhof die Käuferseite unterstützte. Laut Angaben von Sigma war der Investorenprozess international ausgerichtet. Dabei habe es zahlreiche Herausforderungen gegeben, die strukturiert und professionell gelöst wurden. Der Käufer habe sich in einem kompetitiven Umfeld durchgesetzt.
Strategischer Ausbau bei OrbitsIQ
Joseph J. Euteneuer, CEO von OrbitsIQ, betont die Bedeutung des Zukaufs: „UNIOs KI-gestützte Smart-Switch-Konnektivitätstechnologie ist die perfekte Ergänzung zu unserer Vision einer globalen, jederzeit und überall verfügbaren Konnektivität.“ Ziel sei es, weltweit neue Maßstäbe in Effizienz, Sicherheit und Betriebseinblicken zu setzen. Auch Katrin Bacic, CEO von UNIO, sieht die Übernahme als Chance: „Diese Partnerschaft ermöglicht es uns, unsere Roadmap zu beschleunigen und die nächste Generation intelligenter Konnektivität für Branchen wie die Automobilindustrie, Landwirtschaft, Logistik und Schifffahrt bereitzustellen.“ Beide Unternehmen sehen in der Partnerschaft ein klares Bekenntnis zur europäischen Technologielandschaft. Die kombinierte Expertise stärke die digitale Souveränität Europas in einem strategisch wichtigen Bereich.
Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.








