Komplexitäts-Beherrschung

Beim Diskussionsabend Herausforderung Digitale Transformation der Investmentgesellschaft Gimv zusammen mit der Unternehmeredition wird einmal mehr klar, wie universell sich derzeit Produktionsprozesse verändern. Allein das Verständnis dafür kann ein Quantensprung sein.

IT-Ausfall dramatischer als ein Brand

Entsprechend viele Stellschrauben bieten Verbesserungspotential. Das verdeutlichte die Diskussion nach dem Vortrag. Dr. Tobias Lührig von der Beinbauer Group berichtet von einem Algorithmus, der den Verschleiß von Werkzeugen voraussagt: „Wir haben damit allein in der ersten Woche 18.000 Euro gespart.“ Diese Automatisierung überträgt er auf andere Unwägbarkeiten wie zum Beispiel die Wettervorhersage, die bestimmten Maschinen zum Verhängnis werden kann. Daten sind auch für ihn ein essentieller Wert im Unternehmen geworden: „Ich habe mehr Angst vor einem IT-Ausfall als davor, dass die Firma abbrennt.“

Diskussion über Industrie 4.0: alle sind sich der Bedeutung des Wandels bewusst.
Diskussion über Industrie 4.0: Die Teilnehmer sind sich der Bedeutung des Wandels bewusst.

Daten brauchen ein Fort Knox

Daten bergen also nicht nur große Potentiale, sondern auch enorme Risiken. Neben der Komplexität von Industrie 4.0 ist das der große Hemmschuh für viele Mittelständler. Für Hösle ist deshalb klar, dass man das Thema nicht selbst regeln kann, sondern professionelle Dienstleister braucht: „Lege ich mein Geld unters Kopfkissen oder bringe ich es nach Fort Knox?“. Auch Helmut Müller-Neumayr von der Loxxess Pharma GmbH ist überzeugt, dass der Umgang mit digitalen Daten unumkehrbar ist: „Wir machen keine Cloud-Lösungen, weil wir es hip finden, sondern weil uns die Kunden dazu drängen.“

Digitale Transformation muss nicht teuer sein

Davon sind auch Investoren überzeugt und glauben, dass alle Unternehmen früher oder später „die Reise nach Digitalien“, wie Hösle sie nennt, antreten werden. Entsprechend wählt Dr. Sven Oleownik von der Investmentgesellschaft Gimv nicht nur die progressiven Unternehmen aus: „Uns ist wichtig, dass ein Plan zu erkennen ist, wo es hingeht.“

Einen Plan zu entwickeln, der auf einem komplexen Verständnis der Industrie 4.0 besteht, ist wohl der entscheidende Quantensprung bei der Digitalisierung. Die Investitionen werden dagegen oft überschätzt. Hösle betont jedenfalls: „Die Digitale Transformation ist auch mit dem bestehenden Equipment möglich.“