Photovoltaik-Betrieb BSH muss Insolvenz anmelden

Insolvenz, Wirtschaftskrise
INSOLVENZVERWALTER

Die BSH GmbH & Co. KG hat weinen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Schweinfurt ordnete daraufhin die vorläufige Insolvenzverwaltung an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Dr. Alexander Zarzitzky bestellt. Er gehört zur Anchor Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. Der Geschäftsbetrieb der BSH GmbH & Co. KG wird nach dem Antrag derzeit nicht eingestellt. Das Unternehmen führt seine geschäftlichen Aktivitäten stattdessen vollumfänglich weiter. Dr. Alexander Zarzitzky macht sich mit seinem Team vor Ort ein umfassendes Bild der Lage. Erste Gespräche mit den aktuellen Geschäftspartnern des Unternehmens finden bereits statt. Die Beschäftigten wurden in einer Mitarbeiterversammlung über die gegenwärtige Situation informiert. Sie erhielten dabei auch Details über das weitere strategische Vorgehen.

Gehälter über Insolvenzgeld abgesichert

Die Gehälter der Mitarbeiter für den Monat August wurden regulär ausgezahlt. Für die kommenden Monate wird die Vorfinanzierung des sogenannten Insolvenzgeldes vorbereitet. Damit wird die Bezahlung der verbliebenen rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichergestellt. In der starken Wachstumsphase im Jahr 2025 beschäftigte der Betrieb noch durchschnittlich 153 Personen. Laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter verschafft sich das Team derzeit einen detaillierten Überblick über die Ausgangslage. „Die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs und die Sicherstellung der Gehaltsfortzahlung haben für uns jetzt oberste Priorität“, erklärt Dr. Zarzitzky.

Aufträge sollen abgeschlossen werden

Der vorläufige Insolvenzverwalter möchte schnell einen Überblick über die aktuelle Auftragslage des Handwerksbetriebs gewinnen. Möglichst viele der bereits geplanten Projekte sollen fortgeführt werden. Ziel ist der erfolgreiche Abschluss der Aufträge bei den jeweiligen Kunden. Das Unternehmen plant in Abstimmung mit Dr. Zarzitzky kurzfristige Gespräche mit den Kunden. Diese Kontaktaufnahme soll die weitere Durchführung der begonnenen Projekte ermöglichen.

Die Gründe für den aktuellen Insolvenzantrag des Unternehmens sind äußerst vielschichtig. Bereits im Jahr 2024 litt der Betrieb unter einem spürbaren Nachfragerückgang. Dieser Rückgang betraf vor allem das wichtige Privatkundensegment des Solarspezialisten. Ein im Jahr 2025 erstelltes und validiertes Restrukturierungskonzept verfehlte die erhoffte Wirkung. Dieses Konzept sah unter anderem einen Personalabbau und Fixkostensenkungen vor. Zusätzlich belasteten erhebliche Forderungsausfälle von insolventen Tochtergesellschaften die Bilanz des Unternehmens.

Fokus auf erneuerbare Energien

Dr. Alexander Zarzitzky

Das im Jahr 2009 gegründete Unternehmen hat sich als überregional tätiger Handwerksbetrieb etabliert. Der Fokus liegt auf dem Bereich der modernen Solartechnologie. Zu den Kernkompetenzen zählen die Planung und der Vertrieb von Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern. Auch die Installation sowie die Wartung dieser Anlagen gehören zum Angebot. Das Portfolio wird durch Wärmepumpen, Wallboxen und Energiemanagementsysteme ergänzt. Zudem vermittelt der Betrieb auch verschiedene Stromtarife an seine Kunden. Im Endkundengeschäft fokussierte sich der Vertrieb maßgeblich auf Produkte der SENEC GmbH.

Trotz der anspruchsvollen Ausgangslage verfolgt das Unternehmen eine langfristige Sanierungsstrategie. Das Verfahren soll für eine Neuaufstellung durch den Einstieg eines Investors genutzt werden. Nach Angaben von Dr. Zarzitzky sondiert das Team den Markt nach passenden Investoren. Diese Investoren sollen das Potenzial erkennen und den Betrieb in die Zukunft führen. „Die allgemeine Situation in der Solarbranche ist derzeit bekanntermaßen schwierig“, betont Dr. Zarzitzky. „Dennoch suchen wir mit Nachdruck nach einer zukunftsfähigen Sanierungslösung“, ergänzt der Rechtsanwalt. Das aktuelle Verfahren bietet eine Chance für das Unternehmen.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

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