Erbschaftsteuer: Nicht jeder ist mit dem Kabinettsvorschlag einverstanden.

Die Stimmen aus der Wirtschaft sind eindeutig: Die Kabinettsvorlage zur Erbschaftsteuer wird kritisch beäugt. „Die Reform der Erbschaftsteuer wurde zwar nachgebessert, aber auch die Kabinettsvorlage wird die Übertragung von Familienbetrieben erheblich erschweren“, sagt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Eric Schweitzer. Von der Zusage des Koalitionsvertrages, die Übertragung von Firmen auf Erben nicht zu gefährden, sei der Entwurf trotz geringfügigen Änderungen immer noch weit entfernt.

„Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble kommt den Familienunternehmen an einigen Stellen entgegen, aber an den Kernproblemen der Erbschaftsteuer für große Familienunternehmen ändert sich dadurch nichts“, sagt Prof. Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen.


Er begrüßt zwar, dass die Grenzwerte von Erben für die Bedürfnisprüfung von 20 auf 26 Millionen Euro erhöht werden, bei Erfüllung bestimmter gesellschaftlicher Einschränkungen sogar doppelt so hoch sein können. Allerdings werde in der Praxis kaum ein Familienunternehmen diese Bedingungen nutzen können.